zeitloses träumen

von Franz Stowasser am 27. September 2011

Der Herr liegt im Bett, steht auf um auf die Piazza zu laufen. Motorräder parken zum Anschauen, Menschen flanieren zum Anschauen, eine Schlangenshow mit Schlangenmenschen zum Anschauen und Musik aus der Retorte mit einem oder zwei Musikern die die Finger dazu bewegen, zum Anschauen. Er gibt sich unzufrieden, kehrt ermüdet heim und liegt wieder wach im Bett. Innere Bilder aus einer anderen Zeit, Berliner Bilder, ein Nebenhaus in der Kurfürstenstrasse, die Wohnung im 3. Stock, sie hatten große Combis mit WOB Nummern und schöne Frauen oder waren es die schönen Frauen, die die Combis hatten. Er dachte damals – Söhne, Töchter und der Papa steuert was zum Studium bei. Wohnungen, Mietshäuser, verschiedene Versuche, das Leben zu meistern oder einfach nur zu leben.

Die Zeit und die Verdichtung. Im Kopf des Herrn verdichten sich seine Ansprüche an sich so, dass keine Zeit mehr bleibt, sie auszuführen. Deshalb phantasierte er immer neue Verdichtungen, konstruierte daraus Ambivalenzen, dann Unzufriedenheiten und dann Glück.

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