Weltverständigung

von Franz Stowasser am 15. Januar 2010

Der Herr schaut bei einem Auslandsaufenthalt zensierte Filme. Dabei fällt auf, dass manche amerikanische Actionstreifen fast gar keinen Text mehr haben, nur noch Wummermusik. Eine Nachbetrachung zeigt, dass in einem einzigen low budget US Action Streifen 238 das F-Wort vorkommt. Wird das F-Wort zensiert bleiben nur noch I und You, car, day and niight.
Man hat Gesellschaften und Staaten nach Sternzeichen eingeteilt, die Schweiz galt zum Beispiel als das Land im Zeichen der Jungfrau. Der Herr empfiehlt eine Aktualisierung dieser Einteilung. Als Raster scheinen die Entwicklungsphasen der Psychoanalyse „oral, anal und genital“ geeignet. Zugeordnet wird der Srachgebrauch in den Unterhaltungsfilmen. Dabei fällt auf, dass die USA im letzten Jahrzehnt einen gewaltigen Entwicklungssprung vollbracht haben. Diese Gesellschaft hat sich von der analen Phase emanzipiert und ist in die genitale Phase eingetreten. Statt wie früher: “shit. it’s shit don’t cut it, man, kiss my as” etc.. hören wir jetzt das Wort „fuck“. „F-“ dies und jenes, me and you wird uns da nahegelegt. Immer im Zusammenhang mit Gewalt und Abscheu. So ganz scheint die Emanzipation also noch nicht gelungen, doch die Skriptschreiber und die Regisseure arbeiten daran. Wie es dem amerikanischen Ideal entspricht, soll auch hier Qualität durch Quantität erreicht werden. Bald sollen wir Krimistreifen genießen können deren Soundtrack nur noch aus dem F-Wort und hämmernder Musik besteht. Die Filmemacher und Kulturschaffenden rechnen dann mit einem plötzlichen Sprung in eine ganz neue Ebene der Qualität. Vor allem auch deshalb, weil für ander Länder und Kulturen keinerlei Übersetzungsarbeit mehr notwendig sein wird. Die Weltsprache beginnt mit dem F-Wort, wie Geschichte der Menschheit mit einem F…, pardon, mit einem Schöpfungsakt begann.

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