Walküre

von Franz Stowasser am 25. August 2007

Der Herr hatte den Wunsch, zwischen den Tönen zu wohnen, auch wollte er es sich im Schatten einer Bleistiftzeichnung oder zwischen den Buchstaben bequem machen, dort verweilen, die Tage und Nächte fließen lassen, bis etwas Neues entsteht. Vielleicht will er sich dort verstecken. Merkt auch, dass er trinkt, um sich zu betäuben. Wie er sich nüchtern schreiben möchte und doch keine Zeit dazu findet, keine Zeit zum Schreiben. Zeit, die er sich selbst nehmen sollte, so fertigt er auch keine Arbeiten – es scheint sich gerade zum Trotz so zu verhalten. Eine Walküre müsste reiten, um ihn aus den Armen des schnöden Mammons zu retten, der ihm doch viel bedeutet, weil er sich damit Computer, Literatur und Stifte kaufen kann. Würde es also mit der Walküre nicht gehen, so wollte er doch noch warten, ob er nicht allein in der Lage sei, sein Leben so einzurichten, dass er schreibend und dichtend genießen kann und schauend und riechend und schmeckend.

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