TV

von Franz Stowasser am 10. November 2010

Gott sei dank muss ich nicht Fernsehen – der soundtrack reicht mir schon. Entweder die überdeutliche theatralische Sprache oder lautes Geballere und Schreie, die in der Ausdrucksstärke miteinander wetteifern. Dieses TV bildet visuell und auditiv einen kleinen Ausschnitt der Welt ab, verlangt gleichzeitig als Repräsentation des Weltgeschehens zu gelten. Fast alle Signale sind verfälscht. Schmerz und Lust, gespielte Gefühle, Intellekt, gespieltes Denken. Der Sokrates des Platon spricht im Staat von der dritten Welt. Die erste sei die Idee (zum Beispiel des Tisches), die zweite die Handwerkskunst (die viele verschiedene Tische schafft) und die dritte die Kunst, von den Resultaten der Handwerkskunst Abbilder zu schaffen (z.B. Maler, die irgendeinen von der Handwerkskunst hergestellten Tische malen, aus irgendeiner Perspektive). Diese dritte Welt scheint allerdings heute immer beliebter zu werden. Das Spiel mit den Perspektiven fasziniert und suggeriert den Zauber etwas Neues machen zu können. „Ich muss schnell noch die Perspektive x von y darstellen, das hat noch keiner gemacht, damit werde ich berühmt.“

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