Tagwerk

von Franz Stowasser am 5. Mai 2006

Gerade ist der Tag erwacht,
blaues Grau in hellen Tönen
lässt mich in den Himmel sehnen
fasst den Blick mit zarten Händen
und nimmt ihn sanft von weißen Wänden
weg, hinaus in die Natur
doch dann schau ich auf die Uhr:
Scheiße, es ist schon so spät,
ist’s die Uhr, die zu schnell geht
oder hab’ ich wohl geträumt, gesehnt,
bin geflogen, hab mich angelehnt
an der Gedanken Morgenflug
jetzt hör’ ich auf, es ist genug,
denn ewig könnt ich weiterschreiben,
würd’ es auf die Spitze treiben,
hätte weder Geld noch Gut,
aber Mut hätt’ ich und Glut,
mein Leben freudevoll zu leben
stattdessen muss ich jammern eben,
weil das Tagwerk mich verbannt
in das dunkle Arbeitsland.
Ja, ich geh’ in die Fabrik
verübe dort mit viel Geschick
Tätigkeiten, die ein Rechner besser könnte
denn sonst krieg ich keine Rente
so schufte für die Zukunft ich
und erleb sie vielleicht nicht,
fall mit 60 tot ins Gras
das macht der Versichrung Spaß.

Vorheriger Artikel:

Nächster Artikel: