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Identitätserlust

Eines Abends hatte der Herr auf seiner Urlaubsinsel im Süden seine Brieftasche verloren. Kreditkarten, ID-Karte, Führerschein, Bargeld waren plötzlich weg und die Erholung in Frage gestellt. Da fragte sich der Herr, ob er zur Erholung wirklich eine, durch den Personalausweis bestätigte Identität benötigte oder ob er sich nicht einfach so, ganz identitätslos erholen könnte. Anfangs bekam er bei diesem Gedanken etwas Bauchweh, wie sollte er denn wissen, wer genau sich da erholt, vielleicht ein anderer, der Finder seiner Papiere und seines Bargelds, vielleicht erholt sich dieser auf …

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Sprechen

Wenn wir sprechen geben wir uns Anweisungen. “Schau Dir das mal an, hör’ auf, geh weg” sind einige davon. Oft werden Mehrdeutigkeiten der Worte erst sinnfällig, wenn wir sie aufgeschrieben sehen: geh’ weg und Gehweg zum Beispiel. Manche Anweisungen klingen auch paradox wie die mit “aufzu” gepaarten: aufzustehen, -räumen, -geben, -gehen, -kündigen usw.. Was jetzt, fragt sich der zweiwertige Logiker, auf oder zu?

Sturm

“Hallo Klarmann, wir hatten Sturm” “und, alles ok?” “na ja, eine neue Art des Zerfalls, der Sturm brachte, was ich als fest eingeschätzt hatte ins Wanken. Starke 100 jährige Bäume brachen wie Streichhölzer in der Mitte, konfrontierten mich mit meiner Illusion von ewiger Haltbarkeit und mit der Nutzlosigkeit, vermeindlich Haltbares aufzubauen. Haltbar für was? Irgendwie hat das Leben jetzt etwas von H-Milch oder Büchsenmilch bekommen — wenn’s ganz haltbar ist schmeckt’s grauslich.” “Und, was tust Du jetzt?” “Ich schreibe einfach Seite um Seite und beruhige mich selbst …

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