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Für wen oder was.

Für wen schreibt der Herr? Nur für sich? Er könnte die Texte vorlesen oder ausdrucken, wird das auch tun, sobald er sie sprachlich so verdichtet hat, dass die Worte Dinge geworden sind, die er beim Lesen in den Raum stellt. Er will keinen Text lesen, dessen Ambivalenzen ihn durch die Zuhörerreaktionen noch verletzen. Und vielleicht ist er so gerade dabei, das Leben aus den Texten heraus zu schälen. Also braucht er eine andere Idee, gerade die Unfertigkeit und die Widersprüchlichkeit mit darstellen und eben nicht jeden Satz …

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Eine Vergangenheit des Herrn

Die Vergangenheit schreckt ihn längst nicht mehr so, seit er herausgefunden hatte, dass sie ein reines Sprachkonstrukt darstellt. Nur weil wir sprachlich die Trennung zwischen Erlebtem und noch nicht Erlebtem in Vergangenheit und Zukunft machen, muss der Herr an diesem Projekt doch nicht teilnehmen. Vor allem, da die Worte „Vergangenheit und Zukunft“ in eine gleiche Bedeutungsebene geschmuggelt wurden. Sie sollen eine gleichwertige Tatsächlichkeit bezeugen, die sie nun mal nicht haben. Vergangenes bezeichnet Erlebtes, Zukünftiges bezeichnet (noch) nicht Erlebtes. Nicht nur die Möglichkeit des Todes steht zwischen beiden, …

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Vor sich hin schreibt der Herr

fast wie andere Leute vor sich her brutteln oder ein Gebet murmeln. So schreibt er einfach Wort an Wort und lässt sich überraschen, welcher Text entsteht. Es soll ja ein guter Text entstehen, ein Text mit klarem Aufhänger, Anreisser, vor allem in den ersten Zeilen soll der Text beim Leser, der Leserin Interesse und Neugierde wecken, die Lust zum Weiterlesen entfachen. Was kommt als nächstes Wort, als nächster Satz. Ein richtig guter Text baut Spannung auf, verführt zum Weiterlesen. Da will der Leser, die Leserin wissen, will …

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copieren und lesen

Jedes Jahr für ein paar Wochen schaut der Herr exzessiv US amerikanische Filmproduktionen. Letztes Jahr dominierten im Sprachgebrauch dieser Filme Phrasen wie: „Dont you patronize me, do you want to patronize me?“ Dieses Jahr hatte sich das geändert in: „Did i make myself clear? do you read me, did you copy?“ Die Filmsprache bedient sich der militärischen Sprache, bannt jedes Verstehen und jedes Verständnis aus den Daten der Mitteilungen und fordert nur noch „copy and read“. Der übermittelte Text soll bleiben wie er IST, unverfälscht durch ein …

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