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Der Herr erschafft

die Voraussetzung des Sinnes. Seine Hand schreibt Worte und er sitzt da, unterhält sich damit. Die Hand scheint, allein mit den Worten, wunschlos glücklich, bezieht die nächsten Worte einfach aus der Vielzahl der vorangegangenen Worte und verwortet das vormals weiße Blatt Papier völlig. Im Augenblick des Wortens scheint das sinnlos. Doch nur deshalb, weil bisher weder der Herr noch sonst jemand Sinn hinzugefügt hatte. Der Text bleibt dann auch so lange sinnlos, bis ihm jemand Sinn gibt. Der Text will nach Ansicht informierter Kreise für sich selbst …

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Der Herr möchte

das Geräusch des Schreibens hören. Beim Schreiben mit der Feder, dieses leichte Kratzen, das lauter wird, wenn er die Blätter am oberen linken Ende etwas anhebt. So bringt er die Schrift zum Klingen während sie zu Worten und Sätzen wird. Aufzeichnen wird zur Musikerfahrung, ein anderes Notenschreiben. Warm genug, um im Schatten zu sitzen, das gefällt dem Herrn besonders gut. Der Schatten, der Wind, der Klang von Meer und Feder, seine Lieblingsmusiken. Nicht der Klang von Konservenakkorden, von kleinen Melodien, die zum Kauf und Verkauf der Gefühle …

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Der Herr liest sich vor

und versteht den Text als Selbst. Zumindest erst einmal seine eigenen handschriftlichen Texte, deren Form er als Denkform nutzt Stellungen der Buchstaben, Zwischenräume, Wortpausen, Ober-, Unterstriche etc., in Schrift gebildete Sätze. Schon lange sieht der Herr Sätze vor seinem inneren Auge und liest sich diese Sätze vor. Wie er sich auch in Träumen oft Seiten vorliest. Hatte er vor dem Einschlafen Proust gelesen, so erschienen im Traum Buchseiten, hatte er Handschriftliches verfasst, so waren es seine Schriftseiten. Auch der Bildschirm des Rechners, Ausdrucke etc. konnten Vorlagen zur …

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Unbedarft

Ich lese und lese gleichzeitig, was ich durch mein Mitsprechen mitgeschrieben habe. Nicht im Druck, sondern reflektiert auf meine inneren Brillengläser, wie auf die Frontscheibe eines Kampfjets. Ich kann gar nicht nur lesen, auch nicht die ersten Worte eines Buches, unbedarft, wie ich mir einreden könnte. Ich müsste es mir einreden. So beeinflusst mein vermeindlich zukünftiges Lesen schon vor dem Lesen mein lesen. Unbedarftes Lesen wird unmöglich,. Denn schon mit dem Erwerb meiner Fähigkeit zu lesen habe ich dieses Unbedarfte verloren. Ich spreche über etwas, darüber habe …

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