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Neapolitanische Spiegel

Nachts, zwischen 2 und 5 ist die Stadt ruhig, es fahren sehr wenig Autos und das Hupen hört fast ganz auf. Tagsüber sieht man von hier oben das Schieben der Autokolonnen, den immerwährenden Versuch, sich vorwärts zu bewegen. Der Impuls, etwas schneller als der andere zu sein, doch noch die rote Ampel überfahren oder mitten auf der Kreuzung stehen bleiben und vor allem zu hupen. packt vielleicht jeden autofahrenden Neapolitaner. Wenn ein Polizeiauto mit Sirene fährt hupen die anderen mit und fahren in der frei gewordenen Trasse …

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Blumentöpfe

Der Herr hat seinen Arbeitsplatz in Neapel im 5. Stock eines alten großen Hauses eingerichtet. Hier logiert das Palace-Hotel und in diesem Hotel logiert er, im Zimmer 505. Am Haus ist ein Baugerüst und es gibt zum Glück an diesem Wochenende keine Bautätigkeit. Ca. 10 m links des Fensters stehen bereits zwei Blumentöpfe mit blühenden Pflanzen neben Katzenfutter auf dem Gerüst, es scheint also schon länger gerüstet und die Bretter werden bereits als Regale verwendet. Vor dem Gerüst sind abwechselnd durchsichtige und undurchsichtige Stoffbahnen. Vor jedem Fenster …

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Ähnlich

Das in den Reiseführern beschriebene Flair Neapels erschließt sich dem Herrn viel langsamer als zum Beispiel das Roms. Die Stadt bleibt ihm fremd. Menschen aus Ghana findet man heute überall in Italien, Menschen, die an Ecken stehen oder etwas feilbieten auch. Das Denken des Herrn ist nicht auf Unterschiede aus, es versucht die Eindrücke gleich zu machen. Was kann dieses Umschalten auf GLEICH bedeuten? Eine Angstreduktion? Durch die Nivellierung der Unterschiede die Angst reduzieren? Bedeuten viele Unterschiede auch viele neue Eindrücke, damit eine höhere Komplexität der wahrgenommenen …

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Arbeitsprotokoll

„Das Ding ist selbst eine Gesamtheit von Dingen oder eine Kette von Differenzen im Raum…“ Jacques Derrida, Grammatologie S. 173. Der Herr fühlt sich von den Möglichkeiten des Dekonstruktivismus angezogen und durch die Darstellung der Bedürfnisse des „wirklichen Lebens“ abgestoßen. Was bitte ist schön am hektischen Leben dieser südlichen Stadt? Vor allem, was soll schön daran sein für sein Alter? Wenn er in dieser Weise denkt, kommt er sich wieder wie ein Ablehner vor. Eine neue Stadt muss doch besichtigt werden! Nur, wer sagt das und für …

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