Der Herr hatte sich

vorgemacht, für niemanden zu schreiben. Das Fantasieren des Lesers wollte er schwachen Schreibern überlassen, die sich mit jedem Wort eine Bestätigung erschreiben wollen. Er, der Herr, wollte das nicht, meine, auf den Leser verzichten zu können. Da erkannte er, dass er sich selbst in viele tausend Leser vervielfacht hatte. Hinein fantasiert in viele tausend kritische Köpfe, hörte er den Schwarm ihrer Gedanken fast gleichzeitig in seinem Kopf. Kein Wunder, dass die anderen Schreiber ein paar lebendige Leser suchten. Dieses Fantasiereich war doch auch anstrengend.

Vor sich hin schreibt der Herr

fast wie andere Leute vor sich her brutteln oder ein Gebet murmeln. So schreibt er einfach Wort an Wort und lässt sich überraschen, welcher Text entsteht. Es soll ja ein guter Text entstehen, ein Text mit klarem Aufhänger, Anreisser, vor allem in den ersten Zeilen soll der Text beim Leser, der Leserin Interesse und Neugierde wecken, die Lust zum Weiterlesen entfachen. Was kommt als nächstes Wort, als nächster Satz. Ein richtig guter Text baut Spannung auf, verführt zum Weiterlesen. Da will der Leser, die Leserin wissen, will …

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