Sprache und Sinne

von Franz Stowasser am 8. Dezember 2005

NLP Seminar 26.12.05 bis 4.1.06.
Wir geben im Sprechen Hinweise auf Vorlieben in unserer Wahrnehmung. Wir tun das mit Gesten, zeigen auf Augen, Ohren, Mund etc. und mit Worten indem wir Situationen und Prozesse auch in visuellen, auditiven und gefühlsmäßigen Worten beschreiben.

Durch sehen, hören, spüren, schmecken und riechen sammeln wir Daten über unsere Umwelt. Wir interpretieren diese Daten und erhalten persönliche Informationen. Mancher macht sich Bilder, hört das gesprochene Wort oder/und fühlt nochmals nach, wenn etwas erinnert werden soll. Von Wolfgang Amadeus Mozart beispielsweise wird berichtet, daß er seine Synfonien, bevor er sie niederschrieb, vollständig innerlich hören konnte und die Partitur sah. Von Nurejev wird erzählt, daß er die Bewegung eines Tanzes im Körper spürte, bevor er auf die Bühne ging und wirklich tanzte.
Sie können bei sich selbst herausfinden, wie Sie sich an die letzte Urlaubsfahrt erinnern: Sehen Sie diesen Urlaub als Bild oder als Film, nehmen Sie eine Geräuschkulisse wahr, bemerken Sie ein Gefühl oder eine innere Bewegung oder ist Ihnen der Geschmack der Meeresluft oder der Duft von Gewürzen gegenwärtig?

In NLP Seminaren arbeiten wir an der Entwicklung unserer Fähigkeit, die unterschiedlichen Erlebnisweisen zu erkennen und für einen guten Kontakt zu nutzen. Hinweise auf das individuelle Erleben und den individuellen Umgang mit Daten erhalten wir über:

AUGENBEWEGUNGEN – diese zeigen uns, wie Menschen ihre Kommunikation organisieren.

SPRACHMUSTER – sie geben Hinweise auf die Interpretation von Informationen.

VERHALTENSMUSTER – zeigen die Reaktionen auf Partner und Erwartungen.

METAPROGRAMME – geben Hinweise auf den individuellen Stil des Datentransfers.

Der Gebrauch der Sprache gibt Hinweise auf die Verarbeitungsmechanismen von Erlebnissen. Unsere Sprache beschreibt Situationen und Prozesse in visuellen, auditiven und gefühlsmäßigen Worten. Der gezielte Gebrauch der Sprache ist ein sehr machtvolles Werkzeug Ihrer Kommunikation.

Angenommen, Sie haben bei Ihrem Gesprächspartner vorwiegend Kennzeichen des visuellen Bereiches beobachtet, dann können Sie Ihre Sprache dieser Beobachtung angleichen. Sie sagen z.B. folgendes: “Ich sehe, was Sie meinen; das sieht gut aus; Sie zeichnen da ein realisitisches Bild der Situation.”
Vielen Beobachtungen zufolge besteht gegen Ende eines Gespräches die Tendenz, das visuelle oder auditive Repräsentationssystem zu verlassen und mit einem gefühlsmäßigen Test abzuschließen. Sätze wie: “Das fühlt sich richtig an; damit fühle ich mich wohl etc.” kennzeichnen einen solchen Test.

Augenbewegungen erkennen

Indem wir die Unterschiedlichkeit der individuellen Informationsverarbeitung zunächst mit Hilfe der Augenbewegungen und später mit weiteren Möglichkeiten erkennen, kommen wir in die Lage, dieses Wissen im Kommunikationsprozess effektiv einzuzsetzen.

Zum Beispiel ist es sinnvoll, eine bildreiche und visuelle Sprache zu gebrauchen, Grafiken, Photos und Overheadfolien zu zeigen, wenn unser Gegenüber häufig nach oben schaut.

Zeigt unsere Beobachtung, daß unser Gegenüber hauptsächlich Augenbewegungen im mittleren Bereich, also im Bereich des auditiven Zugangs zeigt, dann wird es unseren Kontakt mit dieser Person stärken, wenn wir auf Stimmvolumen, Modulation, Betonung und Rhythmus beim Sprechen achten. Telefonate, ein kurzes Erinnerungsgespräch über das Projekt, namentliche Ansprache oder der Gebrauch von Kennworten ist hier sinnvoll.

Während Sie mit anderen kommunizieren, werden Ihre Nachrichten verschieden interpretiert. Sie können davon ausgehen, daß Ihr Gegenüber seine “Kommunikationskanäle”auch in hierarchischer Form benutzt. Es liegt an Ihnen, den höherwertigen “Kommunikationskanal” Ihres Partners zu erkennen.

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