Sonne

von Franz Stowasser am 14. Februar 2010

Mein Leben lebe ich als Freude, meine Tage als eine Lust. Jede Sekunde die ich atme, atme ich klare Sonnenluft. Sobald ich zu denken begann, welche schrecklichen Lebensarten ich nicht leben musste wurde ich etwas traurig. Also vergaß ich diese Gedanken und dachte an die Lebensformen, die ich gerne leben würde, die ich gerne lebe, die ich gerne gelebt hatte. Schon formte sich in meinem Kopf und in meinem Körper mit meinem Körper eine neue Lebenslust. Neu und direkt für mich. Frei und unabhängig, meinen eigenen Konzepten verpflichtet, wenn überhaupt. Wenn überhaupt eine Pflicht, dann die, mich selbst zu optimieren, nach den Zielen, die ich erstrebenswert fand. Und damit immer wieder der Wunsch nach Entdeckung der unbewussten Muster und Strukturen, die sich mit der Zeit der Wirklichkeit so vertraut gemacht hatten, dass ich sie von dieser erdachten Wirklichkeit nicht zu unterscheiden vermochte. Die Wirklichkeit, ein Konzept, ein Muster, die Muster und Strukturen, ein Konzept und Muster, die Muster, Muster.
In den englischen Filmen von Ruth Randell wurden die Leute, die chiastisch hinterfragten oder die einfachen sprachlichen Vorannahmen in Frage stellten als nicht ernst zu nehmend, einer verlotterten Schicht angehörend, nicht zurechnungsfähg, gar gefährlich dargestellt. So schnell wird Kritik in den Slum verortet. So schnell wird Kritik durch einfache Kontextualisierungen zur Ideologie der nicht habenden Unterschicht, des Pöbels. Mehrdeutigkeiten seien, so die Aussage der englischen Feierabendfilme, Spielarten des Mobs und aus den Mehrdeutigkeiten entstünde Gesetzlosigkeit und Gewalt.

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