Sensen

von Franz Stowasser am 25. Oktober 2007

Sensen mähen habe ich von Herrn Jahn gelernt, aus der Distanz und in herrlicher Aussicht. Er mähte das Grünfutter für seine Stallhasen. Morgens um 6 Uhr, pünktlich. Ich sah ihm durchs Fenster zu, war geweckt worden durch die singende Klinge, die, mit dem Schleifstein gerieben, nur mit zwei Fingern gehalten, rhythmisch tönte, wie das Mähen selbst. Ich konnte dem Mäher zusehen, merken, wie sich mein Körper im Schnittrhythmus bewegte, nach einer Zeit fühlen, als hätte ich selbst die Sense. So hatte ich Jahre gelernt, bevor ich selbst eine Sense hielt.

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