Selbstgespräche

von Franz Stowasser am 20. Oktober 2010

Als Soziologenpaar sehen wir die Verhältnisse anders, besprechen sie auf unsere Weise. Wenn ich in dieser Art reden würde, wenn andere Leute da sind, dann wäre zunächst Erstaunen die Folge und die Weigerung zu problematisieren. Viele Menschen fühlen sich gestört im „so empfinden“ wenn kritisch diskutiert wird. Durch unsere Art der Erörterung kann sich ein eben gelebtes Gefühl plötzlich als völlig unzureichend herausstellen und in der selben Sekunde einem anderen Platz machen. Dies wird von anderen oft als Störung empfunden, Eine Störung der phantasierten Verlässlichkeit der eigenen Gefühle. Viele Menschen verlassen sich auf ihre Gefühle und errechnen von denen aus, ob sie Situationen und Kontexte stimmig und verläßlich erleben. „Ich habe Angst“, also muss es sich hier um etwas Bedrohliches handeln. Der Umkehrschluss, dass es sich einfach nur um ein Gefühl handeln könnte, ohne jegliche Ursache – Wirkungsfunktion bleibt ungedacht. Komplexitätsreduktion als Sinngebung. Darüber hinaus gibt es noch viele Welten, die sich zu leben lohnen und ich habe keine Lust, das immer wieder zu erwähnen, damit ich es selbst glauben kann. Meine didaktisch pädagogischen Bedürfnisse mir gegenüber sind begrenzt.

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