Seiten zählen

von Franz Stowasser am 26. Januar 2007

Das Seiten zählen, sowohl das Zählen der bereits geschrieben als auch das Zählen der noch zu schreibenden Seiten war des Herrn lästige Angewohnheit. Waren doch nie genug Seiten bereits beschrieben, nie genug noch zu schreiben und als eine Folge, nie genug Zeiten vorhanden, noch all die fehlenden, bis zum heutigen Tag schon versäumten, liegen gelassenen, nachlässig formulierten, ganz unterlassenen Seiten noch zu schreiben.
Statt des Seiten Zählens hätte sich der Herr auch auf jede Seite, sogar in jeder Zeile, die ihm noch zu schreiben gelänge freuen können und es mit dieser Freude bewenden lassen, nicht, wie früher so häufig das Ergebnis eines guten Schreibmorgens zu einer Jahresschreibleistung hochrechnen. Wenn auch Hochrechnungen mit seinem Fach, der Soziologie verbunden werden, so brauchte er doch nicht seine Arbeit, seine Schreibproduktion mit solchen Hochrechnungen zu blockieren. Denn zumindest für ihn programmierten solche, im allgemeinen viel zu optimistisch ausgelegte Hochrechnungen, Frustration. Spätestens im Jahresüberblick auch Zorn über das eigene Versagen.

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