Rum des Südens

von Franz Stowasser am 4. Februar 2011

Im Süden treffe ich bei der Besichtigung einer Rumfabrik ein älteres Ehepaar, die mir erzählen, dass sie schon seit über 10 Jahren auf der Insel wohnen. und das für 300 Euro pro Monat inclusive Nebenkosten. Sie fliegen ab Frankfurt für 89 Euro und können sich dann von ihrer kargen Rente gut leisten, 5 Monate zu bleiben. Klug, denke ich mir und vorausblickend, denn im Alte tut Wärme gut. Wer also zu einem Ortswechsel bereit ist kann sich ein ideales Klima schaffen. Vielleicht gilt das auch für die Menschen, denen wir begegnen, für die Themen, die wir miteinander besprechen, für die Meinungen über die Welt, die wir austauschen. Und wie kennzeichnend werden die sprachlichen Missverständnisse, wenn ich den Guide in der Rumfabrik frage, ob jedem, der auf einem Rumfass unterschrieben hat auch ein Teil des Inhalts gehört und er mir antwortet, ja, hier lagern 240 000 Liter Rum. Ich kann denken, es läge an meinem etwas unpräzisem Spanisch, komme jedoch bald auf den anderen Gedanken, dass es sich im Deutschen nicht anders verhält. Ich spreche da ebenfalls unpräzise, ohne Absicht meist, einfach durch die Mehrdeutigkeit der Sprache und verstanden werde ich oft nicht einmal durch mich selbst.

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