Papier

von Franz Stowasser am 2. November 2007

Papier kann zu einer dreidimensionalen Erfahrung werden. Die Pigmente der Tinte und der Farben lassen sich wie Ton aufbauen und mehr noch, durch die Farben modellieren. Strukturen des Papiers werden zu Hilfskräften und trockene oder feuchtere Zonen schaffen Perspektiven, die ich mir nie ausgedacht hätte.
Jemand erzählt den Film einer Einhandseglerin. Nicht , dass diese Frau nur eine Hand gehabt hätte, es heißt eben so. Der Titel des Berichtes war „Kampf gegen das Eismeer“. Im Bericht bemüht sich die Seglerin, klar zu stellen, dass es sich um eine Einheit zwischen Schiff, Seglerin und Meer handle oder nur zwischen Boot oder nur zwischen Seglerin und Meer.

Eine ähnliche Einheitsthese habe ich schon von Wellensurfern gehört, die beschreiben, dass, wer kämpfe notwendigerweise verlieren müsse. Wem es allerdings gelänge, mit den Wellen eins zu werden, der mache die schönste Erfahrung des Lebens.

Ich hatte in Augenblicken dieses Gefühl von Einheit, als ich mit dem halbtrockenen Pinsel Farbpigmente auf dem Aquarellpapier hin und her schob und plötzlich Höhen und Tiefen entdeckte.

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