Idyllen zur inneren Einkehr

Einkehren geht ja zurzeit schlecht. Viele schöne und gute Restaurants sind geschlossen und viele Genießerinnen scheuen die Vorstellung, sich ein Stück Schwarzwälder Kirsch-Torte durch die Maske zu pressen. Auch Gast-Service wird nicht mehr als so attraktiv erlebt wie auch schon. Die Reaktionen der Gäste wurden indirekter und spürbare Freude am Service kommt selten auf. Also pflegen wir eine Kultur der Speisen aus den Einkaufstaschen. Essen ist doch nicht so wichtig, Hauptsache satt. Ambiente kann im Stadtpark genutzt werden. Was aber, wenn innere Einkehr zur eigenen Idylle viel …

weiterlesen

Der Herr raucht

eine Zigarre und er findet sich im Rauch selbst. Wie Morgennebel liegt der Zigarrendampf im Zimmer und zeigt, wo die Fenster Luft einlassen. Im Rauch reist der Herr nach Brasilien, denn von einem dortigen Exilkubaner stammt die Zigarre. Er sieht saftiges Grün in regenreichen Bergen, fantasiert eine kleine Zigarrenproduktion und schmeckt die Würze des Tabaks auf der Zunge. So wirkt der Herr Völker-verständigend. Der Rauch war ein Spiel, in der Sekunde, da der Zigarrenrauch des Herren Zunge berührte, fühlte sich dieser als langjähriger Tabakkenner, wusste von den …

weiterlesen

Der Herr hatte sich

vorgemacht, für niemanden zu schreiben. Das Fantasieren des Lesers wollte er schwachen Schreibern überlassen, die sich mit jedem Wort eine Bestätigung erschreiben wollen. Er, der Herr, wollte das nicht, meine, auf den Leser verzichten zu können. Da erkannte er, dass er sich selbst in viele tausend Leser vervielfacht hatte. Hinein fantasiert in viele tausend kritische Köpfe, hörte er den Schwarm ihrer Gedanken fast gleichzeitig in seinem Kopf. Kein Wunder, dass die anderen Schreiber ein paar lebendige Leser suchten. Dieses Fantasiereich war doch auch anstrengend.

Der Herr bereitete

sich innerlich auf einen Marathon-lauf gegen sich selbst vor. Wenn er sich selbst überholen könnte, in einem richtigen Wettlauf, alle Kräfte fordernd, dann würde er seine Grenzen erfahren, überschreiten, sich selbst und seine Limitationen verlassen, über sich hinaus gehen, laufen. Freunde des Herrn warnten vor diesem Experiment. Der Herr würde Selbstzerstörung riskieren, träte er den Lauf gegen sich selbst an. Er solle lieber erst einmal wie die anderen auch, beim Volkslauf mitmachen.