Vorn Sein

wollte er nicht, der Herr, war ihm so voll dort. So viele wollen heute nach vorn, nach ganz vorn und ganz vorn groß rauskommen. Da befürchtete der Herr, dass dort vorn niemand mehr richtig sehen konnte, wo es hingehen könnte. Die mit Nachdruck folgen, drücken die jeweils vorderen in irgendeine Richtung. Da kann es klug erscheinen, Platz zu machen, damit Drängler nach vorn können, ganz nach vorn. Höchstwahrscheinlich befindet sich das Ziel ohnehin in einer anderen Richtung, wenn nicht sogar hinten. Das wird aber nicht verraten.

Innensehen

Der Herr hatte sich begeistert. Mit seinen Gedanken konnte er ohne Reise- oder Impfpass an Orte gelangen, an die außer ihm niemand hinkam.  Es war ruhig dort und beschaulich, außerdem sah sich der Herr oft jünger, an diesen Orten. Nicht, dass das schöner gewesen wäre, es war anders, vielleicht ein wenig leichter. Leichter als was? Als diese vielen angesammelten Daten im Kopf des Herren, aus denen er immer wieder Zusammenhänge herauslesen wollte und die sich doch als zusammenhanglos bewahrt hatten. Konstruierte Sinnbrücken hatten nicht lange gehalten, waren …

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Der Herr wollte sich

keine neuen Aufgaben suchen. Aufgegeben hatte er schon genug. Eine neue Eingebung, eine göttliche vielleicht, wäre ihm recht gewesen. In TV Filmen fanden unglückliche ältere Menschen und Langzeitarbeitslose oft neue Aufgaben und waren dann sehr glücklich. Der Herr fragte sich, was er wohl noch aufgeben sollte – sein Glück vielleicht?

Der Herr ließ sich

in den Bergen den Keller eines Walserhauses zeigen. Dazu hörte er die Geschichte, dass eine Frau zusammen mit einigen Tieren, deren Mist sie verfeuerte, die letzten 30 Jahren ihres 97-jährigen Lebens nicht mehr im Haus, sondern nur in diesem Keller gelebt hatte. Immer noch war diese längst verstorbene Frau sehr präsent und der Herr hatte keine Zweifel, dass sie sich keine Minute einsam oder unglücklich gefühlt hatte. Wissen konnte er das nicht und doch spürte er Zufriedenheit, Glück und unglaubliche Kraft.