Der Herr hatte vor

Jahren Karriere gemacht und sich in Kreisen der Erfolgreichen bewegt. Da war ihm aufgefallen, dass die Erfolgreichen ein schlechtes Kurzzeitgedächtnis haben. Sie müssen deshalb ihre Erfolge ständig wiederholen, sich selbst und anderen präsentieren, auch ungefragt. Da der Herr über ein recht gutes Kurzzeitgedächtnis verfügte, wollte er sich das Vorbeten seiner Erfolge schenken und stellte stattdessen Fragen zu seinen Misserfolgen. Das jedoch brachte andere Karrieristen dazu, den Herrn als “Misserfolgler” zu bezeichnen. So hatte sich der Herr aus dem Dauererfolg hinausgefragt.

Als er ganz

mit sich alleine war, weinte der Herr auch über sich selbst. War es ihm doch nicht gelungen, all seine Versprecher wahrzumachen. Im Vorstadium seiner Erfolge war er stehen geblieben und dann lustlos zurückgefallen. Seither predigte er sich selbst Sinnlosigkeit, als hätte die Suche nach dem Sinn gar keinen Sinn. Zwar hatte er viel Sinnliches entdeckt und seine Sinne daran erfreut, doch das, so hatten ihm Experten versichert, gelte nicht. Die Suche nach Sinn sollte einem und nur einem Lebenssinn gelten. Das allerdings war für den Herrn etwas …

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Idyllen – neu gedacht

Das Wort Idylle hat in der deutschen Definition mit “harmonisch verklärtes ländliches Leben” einen Stempel erhalten. Idyllen findet, wer sich für Idyllen interessiert. Mehr impressionistisch gedeutet, finden Idyllen in Betrachtern statt und beschreiben als angenehm empfundene Gemütszustände. Früher, als noch mehr Menschen Tabak geraucht hatten, gab es Idyllen in Rauchschwaden, die eine Zigarettenlänge dauerten. Heute bringt vielleicht ein Blick auf ein Bildchen im Smartphone idyllische Fantasien, was dem Wort der Postkartenidyllen wieder näher kommt. Für mich bezeichnet Idylle vor allem selbstgeschaffene Lebensformen, in denen ich mich zufrieden …

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Als der Herr

Bilder malte, wollte er sich vor allem mit den Lichtreflexionen der Farben beschäftigen. Welche Farbe in welcher farbigen Nachbarschaft, welches Farblicht  spiegelt in welche Richtung? Für Farbreflexionen war auch der Untergrund der Farbe mitbestimmend. So addierte der Herr Farbfläche auf Farbfläche und bildete sich ein, selbst die allererste, das Weiß der Leinwand bedeckende Farbe nach fünf oder acht weiteren Farblagen noch durchscheinen zu sehen. Der Herr betrachtete Bilder von da an als Kompositionen von Unterfarben.