Neid

von Franz Stowasser am 24. Dezember 2007

Es denkt so mancher Mensch, auch ich,
was er so tue, sei das Rechte
und dann und wann erregt er sich
über den Nächsten, der es zu nichts brächte.

Ja, Zeit vergeudet sei da nur,
der schrieb ja nur Gedichte,
auch lebte er sein Leben stur
zur eigenen Geschichte.

Keine Kinder, keinen Hund,
was macht der nur, die Tage,
ach, ich denk’ den Kopf mir wund,
wird Zeit, dass ich ihn frage.

Sag’ Nachbar, Du verstehst es gut,
die Stunden zu vergeuden.
Wenn ich Dir zuseh’, krieg ich Wut,
lebst nur nach den Freuden.

Doch lass’ Dir sagen, diese Welt
ist grausam und auch voller Last,
pass’ auf, bald geht es Dir ans Geld
dann hungerst Du und kommst in’ Knast.

Glaub’ nicht, dass ich Dir etwas gebe,
mir reicht es grade so für mich,
ich arbeite solang ich lebe
und Du denkst immer nur an Dich.

Vorheriger Artikel:

Nächster Artikel: