Mogelpackung

von Franz Stowasser am 6. September 2007

Vom Vater dann geschlagen wenn er gelogen oder gemogelt hatte, von der Mutter bedauert war sein Erziehungsergebnis nicht, weniger zu lügen und zu mogeln, sondern besser. Er freute sich, wenn Autoritäten zu wenig gegen ihn in der Hand haben um ihn schlagen zu können. Unschlagbar sein heißt hier nicht, stärker, sondern cleverer als die Autorität. Jedes Mittel ist recht um in den Genuss zu kommen, die Autorität handlungsgehemmt zu erleben. „Hier schaut mich an, ich hab euch alle beschissen und ihr könnt mir nichts tun, müsst mich ansehen, mit mir sogar im Rahmen eurer Gepflogenheiten freundlich sein.
Der süße Sieg liegt in der Kapitulation der Autorität. Die Sucht hat ihr Ziel dann erreicht, wenn die Autorität kein Mittel mehr hat, die Autorität auszuüben, am Mangel eigener Mittel zu Grunde geht. Um das zu erleben wird er immer rafiniertere Tricks ausdenken, immer mehr Widersprüche der Gesellschaft zu autoritätslähmenden Paradoxen zusammen bündeln. Sein Körper, sein sein Geist, seine ganze Person ist auf „besser mogeln“ programmiert.

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