Kontakt

von Franz Stowasser am 30. September 2010

Ich lernte einmal eine Amerikanerin kennen, die nur in und um die Welt herum flog und Leute zusammen brachte. Sie hatte einfach bemerkt, dass, wenn Sie Leute einander vorstellte, diese sich sehr gut miteinander unterhalten konnten. Sie hat, wie sie sagte, zugesehen, wie sich daraus ein Job entwickelte. Heute fliegt sie oft nur mit einer Visitenkarte eines interessanten Menschen über die Kontinente um irgendwo einen anderen Menschen zu treffen, für den es sich lohnt, den anderen kennen zu lernen. Das wird gut bezahlt. Die Geschwindigkeiten sind doch unterschiedlich wie Vorlieben und Fokus mit denen wir auf Dinge achten. Es dauert oft eine Weile, bis jeder das vom andern weiß. Bei Klarmann habe ich das besonders gemerkt. Er hat schon nach einem Tag gesagt, dass er wüsste wie das alles hier läuft und nach zwei Monaten hat er gemerkt, dass er nicht mal so richtig weiß, was bei ihm so läuft. Als er wegging hatte er sich entschlossen, hierher zu kommen. Mir ist das eigentlich gleichgültig. Ich vermisse ihn nicht, seit er wieder in Berlin ist. Ich fand es ganz lustig, als er da war – manchmal auch etwas anstrengend aber auch interessant. Nun gibt es Zeit, wieder Philosophie zu lesen und fühle mich damit überglücklich.
Diese handlungsorientierten Ansätze sind zum Geld verdienen gut, für den Geist, die Seele und den Körper braucht es jedoch zusätzliche Nahrung. Die Zellen wollen denken, miteinander kommunizieren, sich austauschen, sich gegenseitig vorstellen, sich in den anderen Zellen entdecken etc.. und ich will mir die Zeit nehmen, meinen Zellen genau das zu ermöglichen.

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