Glaubenssätze des Herrn

von Franz Stowasser am 25. Oktober 2012

Der Herr entdeckt in seinem Kopf Glaubenssätze über die Art wie jemand lebt und das Umfeld in das jemand hinein sozialisiert wird. Es erschien ihm als desto „vom richtigen“ Leben entfremdeter, je mehr Komfort und Unterstützung es in der Sozialisation gab. Er meinte, eine Hierarchie zu bemerken, die behauptet: das richtige Leben ist, auf der Straße sterben und in Armut verenden. Dann gibt es ein Leben, in dem man überleben kann. Dieses Leben ist schon nicht mehr so richtig. Schließlich eines, in dem man noch besser und besser lebt, dies gilt als das am Wenigsten   richtige Leben. Das Falscheste jedoch scheint das zu sein, sich mit Technik zu umgeben und in dieser Umgebung ohne Mühe Lust zu empfinden.
Vielleicht eine Reminiszenz an das Leben des Familien Musikers Alois , der von der Mutter hoch geschätzt wurde und vom Vater abgelehnt. Von der Mutter hoch geschätzt als arm aber ehrlich und dem Unrecht entgegentretend. Der Vater lehnte ihn wohl nur ab,  weil sie ihn schätzte.
Das „wahre“ Leben definiert sich für den Herrn so, dass die Dinge, die einen Schutz vor der Natur bieten, also Schutz vor Wärme, Kälte, Nässe, erlaubt sind. Auch kleidungsmässig, aber nur auf so einem Niveau, dass sie diesen Zweck erfüllen. Zum Beispiel geht es bei einer Jacke nicht darum, dass die Jacke leicht, schön und warm sei, sondern warm und fertig.
Der Herr bemerkte eine besondere Stellung dieser Glaubenssätze in Bezug auf andere Glaubenssätze. Sie schienen dadurch, dass sie eine hierarchische Struktur hatte, eine Ordnungsfunktion zu haben. Der Herr fand, es wäre ein interessanter Ansatz, verschiedene Glaubenssätze darauf zu untersuchen, ob sie eher ausführenden oder ordnenden Funktionen dienten und ausführenden und ordnenden Funktionen oder/und weder diesen noch jenen.

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