Gesunder Menschenverstand

von Franz Stowasser am 30. August 2012

Als ich an gesunden Menschenverstand denke fällt mir auf, dass Paul Feyerabends Kritik an Schriftstellern wie Derrida doch etwas einlullend wirkt. Die Aufforderung Feyerabends, man solle doch nur seinen gesunden Menschenverstand gebrauchen, dann könnte man schon eine genügende Wissenschaftskritik leisten, halte ich für etwas dünn. Ist es doch gerade der natürliche gesunde Menschenverstand, der sich nach Täuschung sehnt, um bedeutend bleiben zu können. Bedeutung erheischen. so lautet das Ziel der Verstandes, nicht etwas verstehen um des Verstehens willen. Bedeutung zu erlangen durch Verstehen, darauf scheint es anzukommen. „Das habe ich schon lange verstanden“ Es ist schon Jahre her, dass ich diesen Gedanken hatte, inzwischen habe ich dies und jenes studiert und bin weit über diese Fragestellung hinaus. Es scheint nicht so sehr  “Erkenntnis für freie Menschen”, die uns hier lenkt, sondern die gesellschaftliche Bedeutung, die Wertigkeit des bereits Gedachten. Wir wollen uns nicht erwischen lassen, hinter das jetzt er neu Gedachte zurückzufallen. Wir wollen das alles schon längst gedacht und als nicht lösbar erkennt haben. Ein linearer Trick, den wir zur gesellschaftlichen Anerkennung anwenden. Und “wir”, das bin vielleicht nur ich.

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