Fortsetzung

von Franz Stowasser am 5. Dezember 2010

Der Film „Stranger than Paradies“ von Jim Jarmusch zeigt auch, dass die Vermeidung des Kennenlernens auch die Vermeidung eigener Erkenntnis bedeutet. So also die Entscheidung, den anderen nicht kennen zu lernen, um nicht mit sich selbst konfrontiert zu werden. Mit den eigenen Widersprüchen und Ungereimtheiten. Vielleicht gilt der Satz, „mit Ambiguitäten umgehen können führt zu psychischer Gesundheit“ auch in diese Richtung – erst einmal erkennen, dass es sich auch beim so sorgfältig konstruierten Selbst nicht um eine widerspruchsfreie Konstruktion handelt.


Wenn wir uns nach Kontinuität sehnen, dann tun wir uns in dieser Hinsicht keinen großen Gefallen – wir setzen damit auch die Ungereimtheiten und Ambiguitäten fort, vor und gleichzeitig zurück, hier und gleichzeitig auch dort, gestern und gleichzeitig auch morgen und all das und mehr, auch umgekehrt.

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