Fertig, gebildet.

von Franz Stowasser am 14. April 2010

So ein kleines Notebook ist ja schnell zerhackt, mir den klopfenden Fingern zerdonnert, aus der Klangfestigkeit befreit, zur Schätterkiste verludert. Muß denn die Ablehnung religiöser Bestrebungen so detailliert belegt und gerechtfertigt werden, wie durch Arno Schmidt? Nein und er musste das ja auch nicht und doch wars gut, für den Leser von heute, der diese Quellen ja doch nicht mehr finden würde.
Was man veröffentlichen will muss erst einmal getippt und geschrieben sein. Von daher sollte ich vor den jährlich neu erscheinenden Romanen unterschiedlicher Autoren und Autorinnen schon eine gewisse Ehrfurcht aufbringen, denn die Leute haben getippt und haben die von ihnen erfundenen Personen mit Dialogen versehen, lassen sie zu anderen Personen sprechen. Das ist doch schon mal etwas. Ich spreche ja selbst kaum zu anderen Personen und so wundert es mich nicht, dass meine Finger keine Dialoge tippen wollen. Sie wollen nur tippen, was sich gerade an Gedanken in meinem Kopf befindet, was sich gerade in meinem Kopf denkt. Aus-denkt, dann ist’s zu Ende, Aus- gedacht. Zu Ende gedacht. Aus-gebildet, zu Ende gebildet. Aus-geflippt, zu Ende geflippt – oder so.

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