Ferne

von Franz Stowasser am 1. März 2010

Aus der Ferne betrachtet wirkt das eigene zu Hause ganz klein. Die Eingangstür kaum höher als die Öffnung zu einer Hundehütte oder der Einlass einer Hühnerstalls. Aus der Ferne betrachtet wirken die Attacken der Neider auch lächerlich unbeholfen und, so aus der Ferne betrachtet könnte viel Freiheit für heimische Veränderungen gefunden werden. Aus der Ferne bin ich nicht mehr ganz bei mir und darin liegen die eigentlichen Ferien.
Wenn ich mir wieder näher kommen will, so kann ich die Chance nutzen, ein anderes Ich zu gestalten, kann ich mich neu kennen lernen. Wie ich mich jedoch kenne wird mir das wohl kaum gelingen, zu selbst verliebt war ich in meine Selbstkonzepte. Zu selbst verliebt in meinen Körper, in meine alten Gedanken, die ich schon so oft gedacht hatte. Zu selbst verliebt in meine Wiederholungen.

Von eukomm

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