Ewige Berge

von Franz Stowasser am 10. Dezember 2010

Zu wissen, etwas IST da obwohl nicht sichtbar und hörbar gibt auch eine Kontinuität. Die Beruhigung dieses Wissens zum Beispiel um das Dasein der Berge hat weniger mit den Bergen, als vielmehr mit der Schaffung einer eigenen Unendlichkeit zu tun. Denn wenn ich die Berge morgen im Licht oder nach dem Nebel wieder sehen werde und mir Recht gebe, dass sie die ganze Zeit noch da waren, dann habe ich mich auch verewigt in dieser Zeit, da ich das nur mir gegenüber behauptet hatte. Jetzt, da ich die Berge wieder sehe weiß ich, dass ich noch lebe und diese Zeit offensichtlich überlebt habe. Durch die Behauptung einer Kontinuität auch ohne sinnliche Gegenprobe verlängere ich also mein Leben bis hin zur sinnlichen Gegenprobe, – bei den Bergen in Licht und klarer Sicht. Ich zaubere mir ein Morgen, wenn ich mir sage, „die Berge sind da ich kann sie nur jetzt nicht sehen, bei dieser Dunkelheit, aber morgen wieder“. Und mit dem Wörtchen „wieder“ zaubere ich mir noch eine Unendlichkeit, ein immer wieder, Die Beruhigung im Ritual.

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