ErInnerungen

von Franz Stowasser am 1. Oktober 2011

Arno Schmidt – ein Mensch kann nur eine bestimmte Anzahl (eher wenig) von Seiten lesen im Leben und sollte daher gut auswählen, welche. Jaques Derrida – die Schrift, das Engramm der Macht. Die Regularien der menschlichen Beziehungen scheinen aus der Schrift zu kommen. Fragen an die Geschichte sind Schriftfragen. Was richtig oder falsch zu bewerten war, wurde oft durch ein Schriftstück geklärt: Hier steht es, also muss es richtig sein. Schreiben wir es auf, dann hält es.
Der Prozess des Verfassens, des Schreibens selbst interessiert den Herrn. Jetzt, mit der Tastatur des kleinen Rechners sind ihm, wenn er darauf blickt, die Nebenräume wichtig, In die leeren Zellen zwischen den Tasten kann er Gedanken versenken und diese so zwischen die Zeilen schicken. Dann, beim wieder Lesen herausfinden, wie dieser versteckte Gedanke seinen Weg gefunden hat. Die Tastatur ist wie ein Sieb, ein Netz. Nur wenig hat auf den Netzknoten Platz und erscheint tatsächlich nachher auf der Seite. Viel hingegen fällt zwischen die Tasten, bleibt zwischen den Zeilen, aber im Text. Was die Matrix zeigt ist anders.

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