Doppelt

von Franz Stowasser am 25. Juni 2012

Verdoppeln
Die Bilder des Tages kommen wieder, der Tag wird mindestens noch einmal so lang, er geht nicht sofort verloren,. Der Herr genießt den Tag in den Nachtstunden noch einmal, lernt, auf kleine Augenblicke zu achten, die sich neu kombinieren lassen. Der Herr kann selbst die Methoden des Traumes anwenden und neue Konstellationen herstellen, verdichten oder stenografisch komplexe Sachverhalte darstellen. Kann große Ereignisse klein und nebensächlich werden lassen und ganz kleine Nebensächlichkeiten groß aufblasen. Im Schreiben gestaltet sich dann die Welt seiner Erinnerung. Klingt ja fast wie eine Furcht davor, dass der Tag schnell verloren gehen könnte, klingt fast nach einer Angst vor dem Tod, dass alles blind und dunkel würde und auch keine kleinen Ereignisse mehr übrig blieben. In dieser Denkrichtung soll das Schreiben sein Leben verlängern. Indem er einige Stunden der Nacht noch einmal zum Tag macht, „rückgenießt“, verdoppelt er sein Dasein.

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Franz Stowasser Juni 26, 2012 um 10:11 Uhr

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