Des Herren Sicht

von Franz Stowasser am 24. Januar 2007

verschwimmt, es ist, als sähe er alles nur noch mit dem linken Auge, das schon immer einen weichzeichnenden Blick der Welt wiedergegeben hatte. Es ist, als verlöre die Welt an Konturen, an Härte und was passiert sei ohne Ursache. Die Konstruktion des Causal Nexus hat sich verabschiedet und zurück bleibt ein begründungsloser Herr.
Irgendein Herr.
Ein Herr der sich nahe steht, manchmal so nahe, dass er sich fast auf die Zehen tritt, oder er sich. Wenn er aus dieser nächsten Nähe etwas zu sich sagt, scheint es, als habe er zu sich selbst gesprochen. So kritisiert er sich manchmal aus dieser Nähe, etwas falsch gemacht zu haben, oder gedacht. Was, das würde der Herr noch früh genug erfahren, aber dann schmerzlich.
Daraufhin trat der Herr einen Schritt zur Seite um den vorher so nahen Herrn anzuschauen und war erschrocken, als er sein Gesicht in den Gesichtern seiner Vergangenheit spiegeln sah, in Farbe und mit gesprochenen Sätzen noch dazu. Gesichter von Gesprächspartnern und -partnerinnen, die manchmal gar nicht so nahe waren und doch einflussreich. Vielleicht daher das Verschwimmen und der Blick in den Fluss zeigte die Verflossenen.

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