Der Herr sinniert:

von Franz Stowasser am 20. Juli 2011

Wohin geht sein Leben? Na wohin wohl, in Richtung Tod und er will es auf seinem Weg auch nicht aufhalten. Es läuft eine schöne, grün berandete Straße entlang, da kommt ein kleiner Wald zur Linken und ein weites Feld zur Rechten, immer weiter, die schöne Landschaft muss irgendwann aufhören und es ist töricht weiterzulaufen, wie es töricht wäre, aus einer schönen Landschaft hinauszufahren, eine schöne Landschaft zu verlassen. Wenn er ungestört auf einem Holz oder warmen Stein sitzen kann und sich eine schöne Landschaft ansehen oder in einen Wald blicken, oder auf den roten Mohn im Garten, dann erfreuen sich nicht nur seine Augen und sein Blick, es erfreut auch sein Herz und hebt seine Stimmung. Der Herr muss nichts mehr bauen, auch keinen kleinen Anbau mehr, muss nichts mehr beweisen und hat keine Konkurrenz zu fürchten. Er hat frei bis zum Tod. Wir alle hätten frei bis zum Tod, hätten wir uns nicht in unbewusste und unreflektierte soziale Zusammenhänge hinein begeben, in Zusammenhänge, aus denen wir nicht mehr herausfinden.

Unverfrorenes Schreiben heißt warmes Schreiben und warm ist es hier in der Sommersonne und sogar noch im Sommerschatten.

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