Der Herr im Süden

von Franz Stowasser am 3. Februar 2010

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Wenn die Sonne am Mittag die leuchtend blauen Kacheln des Bodens bestrahlt und die Ornamente der Wandplättchen zum Glitzern bring, wenn ich mich im Schatten wohl und warm fühle und auf meiner Haut noch das leichte Brennen des Salzes aus dem Meerwasser spüre, wenn ich mit meinen Gedanken, dem Stift, dem Papier, dem Rechner für mich sitzen kann in Mitten eines großen Gartens, der aufs Meeer hinaus geht, dann fühle ich mich glücklich. “ich, ich, ich”, würde der Nachbar sagen und ich wüßte nicht, wo da mehr sei, als dass ich mein Ich Glücksgefühl öffnete und anderen zugänglich werden ließ. Durch sprachliche Freundlichkeit, Unterstützung, Lächeln und fröhlicher Art, durch Schreiben, Zeichnen und kleinen musikalischen Klängen.
So würde aus meinen selbstbezogen Lebensäusserungen ein gemeinschaftlicher Akt des Wir. Dann zerfliesst mein Ich in den Anderen und braucht von MIR nicht mehr gefunden zu werden, es reicht, wenn ein anderer, eine andere es findet und kurz anspricht, für eine Sekunde und es lebt auf.

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