DenkMal

von Franz Stowasser am 30. Juni 2013

Mit Widerstand und Denken haben sich nicht nur Philosophen und Psychologen beschäftigt, sondern auch Sprachforscher. Wie sprechen wir zum Beispiel über unser Denken? Sagen wir: „Du tickst nicht richtig“? Oder: „Bei Dir ist eine Sicherung durchgebrannt“? Bemerken wir:“Du hast nicht alle Tassen im Schrank“? Welches sprachliche Bild benutzen Sie denn, wenn Sie den DenkWiderstand eines Partners, Nachbarn, Mitarbeiters oder Mitreisenden bemerken?
„Du tickst nicht richtig“ weist auf das Zeitalter mechanischer Uhrwerke hin, das Gehirn wurde als kompliziertes Uhrwerk erklärt. Die durchgebrannte Sicherung bezieht sich auf elektrische Schaltungen und ist auch noch sehr weit entfernt von den heutigen Möglichkeiten, Elektronik zu nutzen. Die „Tassen im Schrank“, nun, das meint vielleicht  die Vollständigkeit einer Aussteuer, oder die Zahl der Personen in einem Haushalt. “Deine Platte hat einen Sprung” war aus der Zeit der Schellackplatten, “Sprung in der Schüssel” verweist auf Pozellanmanufaktur, “eine Schraube locker, eine Meise haben, einen Vogel haben” …… wählen Sie selbst.

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