copieren und lesen

von Franz Stowasser am 25. Januar 2011

Jedes Jahr für ein paar Wochen schaut der Herr exzessiv US amerikanische Filmproduktionen. Letztes Jahr dominierten im Sprachgebrauch dieser Filme Phrasen wie: „Dont you patronize me, do you want to patronize me?“ Dieses Jahr hatte sich das geändert in: „Did i make myself clear? do you read me, did you copy?“
Die Filmsprache bedient sich der militärischen Sprache, bannt jedes Verstehen und jedes Verständnis aus den Daten der Mitteilungen und fordert nur noch „copy and read“. Der übermittelte Text soll bleiben wie er IST, unverfälscht durch ein Verstehen des Text-Empfängers. Eine Verbindung mit der Hörerwelt bleibt unerwünscht. Die Funktion menschlicher Gehirne (zunächst der US amerikanischen) wird systematisch auf „copy / read“ Vorgänge reduziert. Nachdem dies gelungen, kann 2020, wie uns ja Ray Kurzweil vorhersagt, mit den dann zur Verfügung stehenden schnellen Computerprozessoren und -speichern das menschliche Gehirn modelliert werden. Eine der beiden drängenden Fragen hierzu lautet: Welches Gehirn? Das vorher systematisch auf copy und read reduzierte, oder das eines denkenden und verstehenden Menschen? Die andere Frage wirkt schon fast peinlich: Wo finden wir „das menschliche Gehirn“? Wohl nur in der Phantasie der Reduktionspraktiker und welches Gehirn modellieren diese dann?.

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