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Schwarzer Spiegel

Lasse ich das TV-Gerät ausgeschaltet, so bleibt ein schwarzer Spiegel. Ich schaue in dieses schwarze Spiegelviereck, sehe mich, meinen Kopf, den Hals, die Schultern. Hinter mir sehe ich vor mir im schwarzen Spiegel zwei unserer gemalten Bilder und sie gefallen mir auch in diesen Reflexionen. Ich sehe meine Ohren, erkenne etwas von der Nase, Augen und Mund sehe ich nicht. Dafür blieb der Spiegel blind, er konnte meine Augen nicht zeigen. Ich hatte ein Blatt aus diesem Ringbuch genommen um Kerngehäuse des Apfels zu entsorgen. Früher hätte ich …

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Ich entfolge mich.

Der Herr wollte sich auf facebook entfolgen. Er wollte nur noch richtige und verläßliche Freunde und Freundinnen haben, keine, die wie er selbst, in den Träumen Gegenteile ihrer täglichen Behauptungen produzierten. Der Herr konnte seinen Behauptungen keinen Glauben schenken, nicht einmal das. Glauben war doch so leicht zu verschenken, wurde auch mehr dadurch. Wer sich selbst nicht glauben kann findet einen Trost im richtigen Glauben. Der richtige Glaube ist ewig, während das Selbst endet. Nun gut, das Selbst vielleicht nicht, aber des Herren Selbst, eines davon zumindest. …

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Gemeinsam lesen.

Wir lesen Andreas Okopenko und Ödön von Horvath. Mit der Zeit werden die Reflexionen zu Wiederholungen und scheinen schon bekannt. Ich bemerke jedoch nur selten das Phänomen meiner eigenen Texte, dieses Neue in der Wiederholung. Bei den fremden Texten bleiben Aspekte des Nochmaligen haften. Etwas klebrig fast. Also lese ich selektiv, blättere durch die Seiten und lese näher, was mich auf den ersten Blicken anspricht. Bei Okopenkos Lexikonroman entspricht das sogar des Verfassers Vorstellungen. Wie aber könnte ein Text mich ansprechen? Ob nicht meine Erwartungshaltungen, die Neues …

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Samstag, Sonntag.

Inzwischen war es Samstag, der Herr saß auf der Terrasse und hörte das Motoren-Geheule vom Motodrom her über’s Meer schallen. Fast so, als jagten die Motorräder über das Wasser, direkt hinter dem Kopf des Herrn und er sieht Bilder, passend zum Motorenlärm, junge Männer, die mit gewagten Kurvenlagen ihre Freundinnen beeindrucken möchten, oder die ängstlichen männlichen Partner. Dann, nach wilder Fahrt werden die Motorrad-Piloten in die Arme geschlossen und geherzt. Sie riechen nach Schweiß, Öl und Leder, haben überlebt, alles gegeben, sind über die eigenen Grenzen hinaus …

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