Buchführung

von Franz Stowasser am 30. September 2009

Einen sehr interessanten Artikel hat Dr. Rudolf Kaehr über die doppelte Buchführung geschrieben. Er zeigt darin nicht nur die mehr als doppelt vertrackten Verhältnisse zwischen Soll und Haben:

“Die Bad Bank, auf deutsch viel ehrlicher und treffender Gift Bank genannt, ist der Ort an dem abgründiges Schwarzgeld, das in seiner Abgründigkeit toxisch geworden ist, als Geschenk des Staates an das Kapital, geparkt wird. Der Trick, dieses Kapital giftig zu nennen, verhindert allemal den Zugriff durch Unbefugte. Weder die heldenhaften Steuerzahler noch ihre Organisationen entwickeln die riskante Waghalsigkeit einer feindlichen Übernahme der entwendeten Schätze.”

“Nun ist es ein Irrtum zu glauben, dass dies mithilfe einer linearen Algebra der Kontenführung zu verbuchen ist.
Der Halter des Buches, der Buchhalter, arbeitet doppelhändig mit seinen Büchern der kreuzweisen Verweisung und Vertauschung von Haben und Soll. Als Halter des Buches der Gegensätzlichkeit, verkörpert er die Übergegensätzlichkeit, das Logisch Nackte, für das Emil Lask sein Leben an vorderster Front gelassen hat, und das Japan bis zum bitteren Ende der Ver-nichtung versucht hat zu verteidigen.
Nicht nur die wesentliche Dunkelheit in der seine Verbuchungen sich vollziehen, sondern die unabdingbare Entblössung von allen identifizierbaren Attributen der Indikation, sind es, die den Buchhalter der Doppik in seiner Tätigkeit unauffindbar machen. Nicht ganz verwunderlich, dass der Buchhalter in solcher Nihilation, sich jeglichem Zugriff einer Beobachtung entzieht.
Dies alles mag heute, mit all den Konsequenzen, die es produziert, für einen modernen Manager der Bilanzierung, mit seinen linearen Gleichungssystemen und Tabellenkalkulationen, als reiner Humbug erscheinen.”
Dass dies als Humbug abgetan wird scheint nicht verwunderlich. Wer will schon die vermeindliche sichere und bequeme Dokumentation einer Bilanz durch eine Beleuchtung der Schattenwelt des Geldes gefährden?
Die neu gewählte Regierung vielleicht? Das Kartellamt?

Vorheriger Artikel:

Nächster Artikel: