Bergwandern

von Franz Stowasser am 15. Juni 2011


Nun, das Tessiner Tal gebärdet sich rau und mit viel Geschichte. Wir sind stundenlang auf die Sfills Alm gelaufen und zurück. Den Hinweg dachte ich nicht zu erleben, wollte mich schon für immer im reißenden Gebirgsbach entsorgen und war froh, als uns der Senn auf der Alm ein paar Bretter zum draufsitzen und ausruhen gab. Gott sei Dank hatten die Rucksackträger auch Brot, Landjäger, Tomaten, Rettich, Gurken, Käse und Früchtebrot dabei, so gelang das Überleben.

Der Rückweg war wegen meines Stalldrangs etwas leichter. Ich glaube die 4 anderen Wanderer machen jeden Tag eine noch weitere, steilere und abenteuerlichere Wanderung. Heute sind sie sofort nach unserer Abreise zu einem ungeheuren Gipfel aufgebrochen, dynamisch und scharrend wie junge Rennpferde und wahrscheinlich froh, mich nicht als Rücklicht dabei zu haben. Das Laufen fällt ihnen leicht. Sie besitzen auch schöne Wanderschuhe mit grünen bzw. gelben Etiketten an den Sohlen. Das ist wichtig, denn man erkennt daran, für welches Gelände der Schuh geeignet ist. Meine Schuhe waren eher für die Disco geeignet und vom Regen auch sehr schnell nass. Beim Laufen entwickelte ich plötzlich ein großes Mitgefühl für Menschen mit starken Schweißfüßen – so muss sich das anfühlen, immer warmes Wasser.


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