Begrüßung

von Franz Stowasser am 29. Januar 2008

„Wie Du in eine Stadt hineinkommst, so wird sie Dir begegnen….“ Als ich noch diesen Gedanken bei der Einfahrt nach Valencia habe, folgt uns ein dunkler Peugeot 206 mit zwei Herren in schwarzen Anzügen. Die Herren sehen weg, wenn ich zu ihnen sehe. Ich fahre langsam, sie fahren langsam, ich fahre schnell, sie fahren schnell, ich biege unvermittelt ab, sie tun desgleichen. An einer Ampel gelingt es ihnen durchs offene Fahrerfenster mit einem Stiletto den rechten Hinterreifen unseres Wagens zu zerstechen. Ich sehe das im Rückspiegel, merke aber sonst nichts davon. Da ich wegen des dichten Verkehrs nicht aussteigen kann, fahre ich weiter in die Innenstadt, wo uns Passanten wild gestikulierend auf den platten Reifen aufmerksam machen. Wir finden einen Platz, an dem ein Reifenwechsel möglich ist, das Hotel haben wir immer noch nicht gefunden. Warndreieck und Warnblinker und das Gepäck nach vorn geladen, das Auto abgeschlossen und los geht’s mit dem Reifenwechsel. Der dunkle Peugeot parkt ca. 20 m hinter uns ebenfalls mit Warnblinker. Als ich den Ersatzreifen aufsetze spricht mich Agent Smith, ein Herr im schwarzen Seidenanzug an und sagt „I am Police“ als ich nicht sonderlich reagiere aber das Radkreuz so fest umfasse, dass meine Knöchel weiß werden, zeigt er mir einen Geldbeutel mit innenliegender Reliefmarke, die auch eine Fastnachtsmarke sein könnte. Die Zeichen der Obrigkeit wirken irgendwie lächerlich. Er warnt uns, dass jemand an unser Gepäck wolle, Araber sagt er, zu Fuß. Ich sage ihm, dass es zwei Herren in einem dunklen 206 auf uns abgesehen haben, zeige auch auf den Wagen. Die notierte Autonummer geben wir ihm nicht, weil wir dazu die Wagentüren öffnen müssten. Agent Smith kommt mir spanisch vor, er bleibt in der Nähe, bis wir mit dem Reifenwechsel fertig sind und davonfahren.

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