Ähnlich

von Franz Stowasser am 19. September 2011

Das in den Reiseführern beschriebene Flair Neapels erschließt sich dem Herrn viel langsamer als zum Beispiel das Roms. Die Stadt bleibt ihm fremd. Menschen aus Ghana findet man heute überall in Italien, Menschen, die an Ecken stehen oder etwas feilbieten auch. Das Denken des Herrn ist nicht auf Unterschiede aus, es versucht die Eindrücke gleich zu machen.

Was kann dieses Umschalten auf GLEICH bedeuten? Eine Angstreduktion? Durch die Nivellierung der Unterschiede die Angst reduzieren? Bedeuten viele Unterschiede auch viele neue Eindrücke, damit eine höhere Komplexität der wahrgenommenen Welt? Und, münden gleichmachende Interpretationen in ein System der Ähnlichkeit und inneren Sicherheit (ein Schlagwort aus den 70ern)?
Es ist mehr noch als Ähnlichkeit und Sicherheit, es möchte in Langeweile übergehen. Der Herr sitze hier oben, schaut auf eine Straßenkreuzung der Piazza Garibaldi und möchte sich langweilen, auch gestört fühlen durch den Krach der Fahrzeuge. Aber er möchte mich nur langsam gestört fühlen, weil sich sonst sein Körperzustand in einen nervöseren ändert und er sich nicht mehr so gut langweilen kann.

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