Ach, wie schön und jung Du bist…

von Franz Stowasser am 10. Dezember 2012

Manche alte Herren finden junge Frauen attraktiv, weil diese für sie Komplexitäten der Welt reduzieren. Ein einfacher Fokus (Schönheit, Liebreiz, Attraktivität, Bewunderung durch andere, möglichst jüngere oder wohlhabendere Männer) bindet die Aufmerksamkeit des Alten für Stunden – lässt ihn aufatmen und den eben noch plagenden Gedanken an das gegenwärtige Chaos des Todes vergessen. Die neue Verliebtheit bietet auch einfache Möglichkeiten der Welterklärung gegenüber der jungen Partnerin. Was dem Alten selbst nicht ganz verständlich war, wird so klar und einsichtig, wenn er es einer jungen Freundin erzählen kann. Von daher sind Interventionen, die an die chaotische Gesamtheit erlebter Erfahrungen mit älteren Partnern erinnern, wenig wirksam. Es wird genau die Reduktion des Chaos in der neuen Liebe gesucht, nicht eine Fortsetzung der Unruhe. Die Sehnsucht nach Einfachheit wird im Fokus der Aufmerksamkeit auf diese Lippen, diese Jugend, diese Spontaneität, diese Lebenslust, dieses Unkomplizierte, diese Brüste etc…. gefunden. Das junge Mädchen willigt ein, weil sich ihr finanzielles und intellektuelles Chaos ebenfalls zu reduzieren scheint. Sie erreicht vielleicht eine finanzielle Zukunftssicherung, er schützt sich durch frisches Leben in der Illusion des Welterklärers vor Gedanken an den nahen Tod. Diese Schilderung trifft nur auf alten Mann – junge Frau zu, absolut nur da, nicht etwa auch auf ……….

 

 

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