Sitzen und Denken

von Franz Stowasser am 11. Februar 2008

Wenn der Herr so sitzt und sich die Zeit erschafft, so denkt er immer wieder, es sei nicht richtig, er müsse arbeiten, Schweiß für Geld, Geld erwirtschaften oder bekommen. Also wieder sein eigener Kopf, der den Fortschritt verhindert.

Zum Glück hatte er über Worte nachgedacht und gefunden, dass die Bezeichnungen wie Bewusst oder Unbewusst, Spiritualität, Emotionalität etc. Einbahnstrassen geworden waren. Zuordnungen, die heute dank der Erstarkung der Psychologie vor allem in eine Richtung gedacht werden und zwar von innen nach außen. Die Struktur der Persönlichkeit wird im Begriff des Charakters als gegeben angnommen und soll so als Erklärung für die unterschiedlichen Handlungsweisen taugen.
Der Herr denkt umgekehrt. Die Sprache eignet sich in ihrer Mehrdeutigkeit zur Verständigung zwischen zwei Menschen erst dann, wenn man ihr eine Generalisierung abgewinnen kann. Also wird versucht, sprachliche Mehrdeutigkeit zu reduzieren und Eindeutigkeit zu schaffen. Damit ist ein Regelsystem gegeben und eine Anerkennung allgemeingültiger Regeln gefordert. Hierarchie wird gesetzt.
Die Psyche wird von der Verwendung der Worte her gestalten und umgekehrt. Soziale Phänomene wie Macht, Hierarchie etc. können als Resultate der Generalisierungsmöglichkeit in der Sprache und als Resultat der Forderung nach Eindeutigkeit, Kontextunabhängigkeit gesehen werden. Jede Armee der Welt soll überall die gleichen Befehle verstehen können, ein Burger soll überall in der Welt gleich schmecken. Die General – I – sierungssucht.

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