Der Herr dreht

am Füllrad des Füllers. Er könnte auch in der Nase bohren oder die Fingernägel reinigen. Er dreht aber am Füller, damit die Tinte fließe. Fließende Tinte schmiert das Papier damit die Feder schnell wortend darüber gleiten kann. Wortwelten schaffen sich so selbst, brauchen nur eine Hand, Tinte, Feder, Papier und einen Herrn, der beim Nachlesen oft darüber erschrickt, was da geschrieben worden war.

Der Herr betrachtete

die Sprachwelt als eine Ansammlung von Glaubenssätzen. Er glaubte, dass neben der Ökonomie, der Medizin und der Biologie die Mathematik und die Physik dem Wortglauben am nächsten stehen. Diese Wissenschaften erhalten sich durch den Streit ihrer Glaubensfraktionen am Leben und geben jedes Jahr eine kleine Sammlung von jetzt gültigen Glaubenssätzen heraus. Bis zur Jahresmitte hatten Wissenschaftsjournalisten gelernt, die neuen Glaubenssätze in Volksglauben zu übersetzen und als kurze Antworten auf Fragen, die “uns” heute beschäftigen zu präsentieren. Wenn der Herr einmal die neuen Glaubenssätze eines Jahres versäumt hatte, …

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Im Sitzen

hatte der Herr fast alles, was er brauchte. Er hatte Finger, Arme, Beine, einen Po, Kopf, Gedanken und Gefühle, Fantasien, Klänge, Musiken, Restgedichte von früher, Befürchtungen für morgen, Empfehlungen für andere, Korrekturen und Hoffnungen für sich selbst, Lob für das Lied der Amsel. In diesem Reichtum wollte der Herr lange sitzen. Solange, bis er aufstehen und gehen würde. Dann, reine Grazie, bewegte Freude.