Klären

von Franz Stowasser am 19. April 2016

Der Herr erklärte die Welt, das war ganz einfach und schnell getan.

Er klärte danach etwas Wasser und dann sich selbst auf, dass

mehr als eine Welt war.

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Der Herr liest im Netz

von Franz Stowasser am 7. April 2016

Gedanken zu: Beiträge zu einer digitalen Ontologie“ nicht nur von Rafael Capurro Zeit: Hier liegt für Kant die Grenze des mathematischen Denkens, denn Zeit, als Form des inneren Sinnes, ist etwas spezifisch Menschliches, “das nicht jedem Vernunftwesen zukommt.” (ebd. S. 154). Alle Zitate aus: http://www.capurro.de/digont.htm und: Grundsatz bei Kant, nämlich den von der “Endlichkeit des Menschen”. Hier trifft er sich mit Heideggers Existenzialanalytik. Er schreibt: “Die Zeit ist nicht nur die Form des inneren Sinnes, sondern die Grundstruktur des menschlichen Daseins überhaupt. Wir sind als Menschen wesentlich zeitlich; unsere Existenz selbst ist keine bloße Form, die uns umgibt, sondern ganz und gar unser Sein und Wesen. Das zeigt sich auch – so oft es auch verkannt wird – an der Mathematik. Es ist nicht so, daß das mathematische Denken durch die Zeitlichkeit und die damit aufs engste zusammenhängende Endlichkeit des Menschen eingeschränkt oder gehemmt würde; sondern im Gegenteil wird es allererst durch sie ermöglicht. Wir können und müssen nur deshalb zählen und rechnen, weil wir zeitliche Wesen und endliche Wesen sind. Ein ewiges unendliches Wesen zählt nicht. Es braucht nicht zu zählen, ja es kann gar nicht zählen. Die Tätigkeit des Zählens und Rechnens hätte für es gar keinen Sinn.” (ebd. S. 158). und: „Jede Beobachtung ist eine Bewertung, die im selben Augenblick (wie bei der Quantenmechanik) den Wert des Beobachteten ändert. Wenn dies auch von anderen Beobachtern/Bewertern getan wird, dann ist es buchstäblich unmöglich, mich überall bei mir und bei den anderen zu befinden. Einen absoluten Beobachter der alle Werte in sich vereint, scheint es nicht zu geben. Die Dinge haben also letztlich einen un-faßbaren Wert. Unter einer eingeschränkten ökonomischen Perspektive und bezogen auf das Wissen gilt aber insofern die Marxsche Analyse als nur jenes Wissen wertvoll ist, dass zur Steigerung des Kapitals beiträgt und somit gewinn-bringend ist, der Maßstab des Wissens ist nicht die Wahrheit, sondern der Gewinn, dies nicht kulturkritisch gemeint, sondern im Sinne dessen, was Wissen aus der Perspektive des Wertes ist, damit geht ineins die Veränderung der Wissensinstitutionen, -vermittlungen etc. Der gierige Mensch ist deshalb gierig, weil er sich dem un-endlichen Drang der Mittel aussetzt und er tut dies, weil er ein unbegrenztes Verlangen nach Leben, Genuß und eben auch nach Wissen ist.“Die Geschichte der Metaphysik ist die Geschichte der Verselbständigung von Sein als Anwesenheit, dessen Anfang die platonische Ideenlehre darstellt. Heideggers Kritik des Wertbegriffs ist also metaphysisch und zielt auf die Infragestellung dieser Verselbständigung, die dem zeitlichen und endlichen Charakter menschlichen Lebens, des “Daseins” also, nicht entspricht. Wir können von einer Fetischisierung des Sollens sprechen, so wie sie Marx in bezug auf das Kapital ankreidet. „Vielleicht ist die Verselbständigung so zu verstehen, daß uns gewisse Phänomene, die von uns her-gestellt werden, einen eigenen Anrufcharakter bekommen. Wir glauben dann, sie wären etwas Selbständiges und/oder versuchen sie zu entzaubern, bis wir aber endlich entdecken, dass dies keine Entfremdung bedeutet, sondern dass alles, was ist, uns als solches anzusprechen vermag. Wir aber tendieren dazu, zumindest verstärkt seit der Neuzeit, uns selbst diese Möglichkeit des Anrufens allein zuzubilligen. Wir sind aber als Dasein ein angeletisches Medium. Dass wir Sein als Botschaft vernehmen, ist wohl die Bedingung der Möglichkeit dafür, dass wir auf mögliche Vor-würfe des Seins mit unseren Ent-würfen antworten. Vielleicht liegt hier auch das Problem des Ansprechens und Angesprochenwerdens von Kreisläufen. Ich denke dabei an den ‘hermeneutischen Zirkel’ und frage mich, ob dieses Modell nicht auch auf den Kreislauf des Kapitals angewandt werden kann. Anders ausgedrückt: Ob die Wirtschaftswissenschaften versuchen, den Kreislauf des Kapitals von außen oder ‘objektiv’ zu erfassen, während: “Das Entscheidende ist nicht, aus dem Zirkel heraus-, sondern in ihn nach der rechten Weise hineinzukommen.” (Heidegger, Sein und Zeit a.a.O. S.153) Die “rechte Weise” meint wohl eine, die den Fetischcharakter eines eigenständigen Kreislaufs nicht dadurch entzaubert, dass ein Subjekt sich als Grundlage dieses Phänomens auslegt und den Kreislauf auf sich zurückführt, sondern dass ein Kreislauf als ein Angebot von Sinn- (und Un-Sinn-)Möglichkeiten ‘wahr-genommen’ wird, so daß es zu einer Bewegung von Verstehen, Auslegung und Bildung eines (neuen) Vorverständnisses kommt.“Die instrumentelle Sicht banalisiert die (Informations-)Technik und bringt sie auf eine Ebene, wo wir für die Gesetzmäßigkeiten oder für das Sein dieser Sachverhalte blind sind. Vielleicht ist hier die Rede eines “Twisting” (M. Eldred) (23) angebracht: Wir winden uns und ver-winden so die Verhältnisse. „ Meine Gedanken zum Text: Der Beginn stürmt durch die griechische Welt der Wortdefinitionen, dann wird der Gang etwas langsamer und kommt schließlich nach der Geld / Gier Diskussion zum Stillstand – ich wollte Erliegen schreiben. Die Anläufe verharren in der Einzahl, da gibt es den Wert, ein digitales Netz, die Welt, den Weltbegriff etc. es werden Sprünge erwähnt, aber keine gewagt, so endet der Text in Kreisläufen aus denen sich die Verfasser herauszuwinden suchen (Eldred: “twisting“). Schön finde ich den letzten Satz des Textes, auch wenn darin wieder diese Einheitssicht leuchtet. Ein Modellieren der digitalen Datenwelten bringt der Text nicht. Er reflektiert einiges auf die Gestelle griechischer Philosophien und bleibt in den letzten Zeilen dann doch wieder ratlos in Eine Welt – eine Logik Betrachtungen gefangen. Der Text stellt aber für den, der das möchte, eine reiche Zitatenquelle dar, auch kann einer damit blenden wie mit einem erlernten Gitarrentrick, so dass mancher unerfahrene Zuhörer, manche verliebte Zuhörerin meint, da sei ein guter Gitarrist.  

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Der Herr bemüht sich

06.09.2015

aufzupassen, aufzugehen, aufzuklären, aufzuwecken, aufzuwarten, aufzuregen, aufzulaufen, aufzustehen, aufzulegen, aufzubrechen, aufzukleben, aufzureißen, aufzuschrauben, aufzufallen, aufzusteigen, aufzugeben, aufzunehmen, aufzutrumpfen, aufzufordern, aufzumachen und vergisst in all dem aufzu zuzuhören, zuzuschauen, zuzugeben, zuzulegen, zuzukleben, zuzustopfen, zuzumachen, zuzulassen…….

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Gesunder Menschenverstand

16.08.2015

Wer sich auf den gesunden Menschenverstand bezieht, möchte eine Normalität zur Basis der Argumentation machen. Die Behauptung, es gäbe einen gesunden Menschenverstand, setzt einen ideellen Prüfstein, an dem dann in autoritärer Weise das Richtig und Falsch der Meinung anderer geprüft wird. Dieses entspricht und jenes entspricht nicht dem gesunden Menschenverstand. Vertreter des gesunden Menschenverstandes maßen […]

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