Blinde Flecken

von Franz Stowasser am 9. April 2013

Blinder Fleck“ heißt nicht nur, dass da ein Fleck blind aussieht, zum Beispiel auf einer polierten Fläche nicht aufscheint. Es heißt auch, das betrachtende Wesen sieht an einer Stelle des Betrachtungsfeldes nicht. Und, „blinder Fleck“ kann kann den Ort bezeichnen, den das Wesen nicht betrachtet, nicht betrachtet hat, nicht betrachten wird. Auch einer der Herren Fleck könnte blind leben, etwas nicht betrachtet haben oder zwar betrachtet, jedoch nicht gesehen, nicht sehen oder nicht sehen wollen oder werden. Bei einer blinden Frau Fleck würde von „die blinde Fleck“ gesprochen, was nicht heißen soll, dass sie nicht auch einen blinden Fleck oder mehrere blinde Flecken haben könnte. In einer Suchmaschine finden wir heute 88600 Beiträge zu „blinder Fleck“ (meist die Stelle des Sehnervs im Auge) und 60600 Beiträge zu „blinde Flecken“, meist soziale Betrachtungseinschränkungen. Meine blinden Flecken (die ich als Schwabe selbstverständlich auf der Haben Seite buche), verbergen, dass ich meinte, mit der Beschreibung blinder Flecken anzufangen und diese Beschreibung jetzt beende, jedoch nicht abschließen kann.

 

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Olivenbilder

von Franz Stowasser am 20. März 2013

Die Sonne scheint, doch weht ein kalter Wind. Draußen liegen ist im Augenblick nichts. Also schnürt der Herr seine braunen Schuhe, die ihm gefallen, über ein paar Socken, streift einen Pulli  über und setzt sich einen der blauen Thronsessel. Sieht er zum Fenster, so hält der Architekt Bilder für ihn bereit. Aus jedem Blickwinkel entstehen andere Bilder. Immer neue, seit den Tagen, da er hier weilt. Und der Herr denkt, er könnte Jahre hier wohnen und jeden Tag neue Bilder sehen. Die Wiesen unter den Olivenbäumen wechseln von weiß zu gelb, das Land grünt und die kleinen Flüsse führen Wasser. Hier scheint Überfluss. Das erinnert an manche sokratischen Dialoge, die mit einem Gang durch die reiche Landschaft beginnen, nicht zufällig.

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Nachruf auf Frank Farrelly

17.02.2013

und was könnte ich ihm schon nachrufen? Farewell Frank? Gerne, das hatte ich ihm auch auf seinen Reisen, die er in den provokativen Modulen mit seinen Klienten unternahm, gewünscht. Faszinierende Reisen, bei denen ich nie wusste wohin sie gingen und am Ende war dann alles besser. Ja, alles, was in diesem Endmoment wahrzunehmen war und [...]

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Ausbildung

01.02.2013

Inzwischen hatte der Herr keine Ahnung mehr, weshalb er  sich immer mehr ausbilden sollte. Der einzige Grund, der ihm noch einigermaßen plausibel erschien war der, nicht völlig zur Reiz-Reaktionsmaschine zu verkommen. „Inzwischen“…. Oh, wie clever formuliert und wie falsch. Ein Grund war, vor den Männern zu protzen und zu behaupten, es sei für die Mädels. [...]

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