Der Herr schrieb um

von Franz Stowasser am 1. April 2015

den Eindruck zu erwecken, er würde sich mit etwas beschäftigen. Er war jedoch nur mit ein paar Tönen zwischen den Ohren beschäftigt, mit Klängen und Bildern aus Afrika, wo einige Männer Bier trinkend beisammen sitzen und trommeln. So stellte er sich Musiker in Afrika vor, unter einem Baum, trommelnd im Licht des Nachmittags. Beobachter aus anderen Ländern, die sich niemals Gelegenheiten verschafft hatten, so gemeinsam zu sitzen und zu trommeln, entdecken ganz komplizierte Rhythmen, die nur in jedem 63sten Takt zusammen finden, die, so polyrhythmisch, sich selbst zueinander und auseinander tragen. Sie veröffentlichen ihre Beobachtungen. Sehr zur Freude oder zum Ärgernis anderer Beobachter, die dann die Rhythmen überprüfen, falsifizieren, verifizieren, ordnen, zertifizieren.

Snapshot_20120415_68

{ 0 Kommentare }

Der Herr liest Arno Schmidt.

von Franz Stowasser am 29. März 2015

Dieser soll vor sich hin gemurmelt haben, als er „Zettels Traum“ schrieb, drei Jahre lang, Tag und Nacht geschrieben und vor sich hin gemurmelt. Eingetaucht in seine Figurenwelt, in seine eigenen Schreibgedanken. Sonst wahrscheinlich nichts gemacht – das macht meine Frau -. Nur wenig geschlafen, denn er wollte früh auf sein, richtig früh, nicht um sechs Uhr, wenn jeder Arbeitsgänger aufsteht, zu dieser Zeit wollte er, der Schreiber, schon mehrere Seiten geschrieben haben, den Restschlaf nützend, der noch die innere Zensur lähmte. So wurde Arno Schmidt Teil einer Kontinuität, die er noch gar nicht kennen konnte, einer Kontinuität im Kopf des Herrn.

Snapshot_20121223_64

{ 0 Kommentare }

Der Herr hatte Lust,

26.03.2015

  einfach nur so da zu sitzen. Nicht wie Friederike Mayröcker, nur so grausam da sitzen, sondern nur sitzen, nicht einmal Däumchen drehen. Den Wolken und den Möwen wollte er zusehen, wie sie mit dem Wind spielen. Dann kamen ihn Bilder von Ausflügen in den Sinn. Häuser im Besitz von Touristen, die zwei Wochen im […]

Weiterlesen →

Der Herr beträumte sich

23.03.2015

von einer Schreibfeder und von Worten, in Sätzen geborgen, die er in der nächsten Woche, im nächsten Monat, Jahr oder auch nicht mehr lesen würde. Neben dem Wiederlesen war diese Neugierde darauf, was sich als nächste Zeile aufzeichnen würde, interessant. Die Lampe hatte der Herr so gestellt, dass er vom Licht ins Dunkel hinein formulierte, […]

Weiterlesen →