Nur mit Neid nicht geizen.

von Franz Stowasser am 6. Juli 2014

Neid und Geiz funktionieren am Besten, das hätten Wirtschaftsforscher untersucht. Mit diesem Motto wird ein Glaubenssatz erneuert, der sich dann weiterhin selbst beweisen wird. Beobachter, die Welten mit dieser Brille interpretieren, werden immer wieder erkennen, wie gut Neid und Geiz funktionieren, einfach, weil sie den Zeitrahmen der Beobachtung zu kurz wählen. Lassen Sie uns den Zeitrahmen lang genug wählen und feststellen, dass sich Neid und Gier niemals auszahlen und vor allem kein Glück erzeugen. Das könnte auch für die, die nicht nach Glück streben, interessant werden. Denn eine andere Lebensbeschäftigung oder Lebenslassung, wenn es schon keine Beschäftigung mehr geben soll, findet sich leicht. Der Geiz benötigt so viele Facetten der Unfreiheit und der Planung, so viele Aspekte der Einschränkung, dass viele Lebensäußerungen undenkbar und damit unlebbar werden. Doch Neid und Geiz werden nicht sich selbst überlassen, damit sie sich nach einiger Zeit selbst geizig beneiden können. Da kommt sofort Mitleid auf, wird nach Menschlichkeit und Moral gefragt. Neid- und geizverlängernde Maßnahmen werden gefordert, inszeniert und gefeiert. Schad drum.

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Golf 1

von Franz Stowasser am 20. Juni 2014

Jetzt:
Dort wo ich wohnte konnte ich am Fenster steh’n
und Leute auf dem Golfplatz spielen seh’n.
Das war mal lustig, mal war’s grauenvoll
für mich ist Golf halt nicht so toll.
Ich fänd‘ es lustig, wenn so Kinder spielten,
mit Stöcken auf die kleinen Bälle zielten,
um dann, mit Hinterlist und Tücke
ins Grün zu reissen eine Lücke
oder hoch über den Ball hinweg
die Luft zu prügeln mit dem Steck.

Bei Kindern, ja, da würd‘ ich lachen,
doch wenn Erwachsene das machen
und dann mit feuerrotem Kopf
die Haare raufen und am Schopf
sich schütteln, stampfen, treten,
mit Blick nach oben, leise beten,
das jammert mich und fragend lehne
ich am Fenster und ich sehne
mich zurück nach alten Tagen
als der Adel sozusagen
die Zeit dort auf dem Grün erschlug;
der Adel hatte Zeit genug.

Doch die da heute spielen, hetzen,
zwischen Terminen und sie setzen
alles auf Geschwindigkeit
meistens spielen sie zu zweit,
um schnell von Loch zu Loch zu kommen
denn man hat sich vorgenommen,
danach noch ein Geschäft zu machen
oder zumindest mit dem Drachen
vom naheliegenden Massiv
zu fliegen in das Inseltief.

Frauen dürfen auch mitspielen
doch die tollen Männer schielen
bei jedem Abschlag auf die Uhr
„wie lange braucht die Alte nur,
bis die allein den Ball hinlegt
hätt‘ ich schon zwei vom Grün gefegt.“
Gruppen, die mit Mädels gehen
Lassen diese gerne stehen,
und laufen schon mal weit voraus
das sieht dann nicht so langsam aus.
Golfen, ja, das soll jetzt jeder lernen

Es gibt auch Plätze, selbst auf fernen
Inseln oder Wüstenflecken
Kann man den Sand mit Grün bedecken.
Und gibt es einen schön‘ren Ton
Als dieses „Klack“ mit 20 Phon?
Das den Ball im Flug begleitet
Kurz bevor man weiter schreitet
In willentlich gehemmten Schritt
Oh wart‘, die Mutti will noch mit.

c: 2003 F.S

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c: 2003 F.S

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Geschwindigkeitsgrün im peripheren Blick.

03.05.2014

Bei schneller Zugfahrt lesen und schreiben. Da entsteht Geschwindigkeitsgrün im peripheren Blick. Mit Kaffee und Rechner, Zeit und Muse zum Schreiben, Orte, die ich mit dem Seitenblick vorüberziehen sehe, Landschaften bei Baden-Baden, schon Baden-Baden. Eine Stadt im Doppelklick, eine Stadt in der Verdopplung. Wer seine Stadt im Namen verdoppelt, hält vielleicht nicht viel von  Individualität, […]

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Frohe Festtage und ein gesundes 2014

23.12.2013

wünscht der Herr allen Leserinnen und Lesern, Schreibern und Schreiberinnen, Denkerinnen und Denkern.

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