Dem Herrn träumte,

von Franz Stowasser am 19. Dezember 2014

er habe einen Kalender der Wahrheiten, einen, oder mehrere Kalender der Wahrheiten. Und zum Ende des Traumes ein Glas schwarzen Kaffees. Die Kalenderplätze waren groß und klein, flach und tief, schwarz-weiß und farbig, überhaupt gegenteilig und zoomten rein und raus. Dimensionen des Vielfachen im Vielfachen. Als der Herr erwachte, fühlte er sich glücklich, die sonstigen Sorgen waren verflogen und er wollte den Kalender immer auf’s Neue befragen. Am Schluß des Traumes war da dieses Glas schwarzen Kaffees, es wurde größer, füllte das Bild und der Kalender war nicht mehr im Vordergrund. Des Herrn Befindlichkeit war auch nicht mehr, wie sonst nach dem Erwachen im Vordergrund, sondern Freude. Bezaubernd, diese Vielfalt, diesen Austritt aus der Singularität, dennoch „keine Beliebigkeit“. Dieser Gedanke begleitete die letzten Traumszenen. Vielheit, Darstellung der Befragung im Vielen.

Jetzt erinnerte ihn die Darstellung des Wahrheitskalenders an das karrierte Blatt, das ihm eine Verkäuferin in einem A4 Block gezeigt hatte, als er Schreibmaterial hatte kaufen wollen. Dieses Blatt hatte er mit Unverständnis bestaunt und gefragt, wie jemand darauf etwas schreiben könne. Der Traum hatte geantwortet: in dem jedews Karo, jedes Kästchen zu einem Fenster in die Vielheiten wird. Die vorgefundene Struktur der Blätter wird zu Teilen der darauf niedergelegten Inhalte, wird zu Einblicken in Vordergrund, Hintergrund, Zoom, Farbänderungen, zu Spielfeldern von Veränderungen. Erst als dritte Frage nach dem Aufwachen hatte sich der Herr die Frage nach seinem Schnarchen gestellt, die erste Frage sonst und eine Sorge um die Nachbarn.

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Nur mit Neid nicht geizen.

von Franz Stowasser am 6. Juli 2014

Neid und Geiz funktionieren am Besten, das hätten Wirtschaftsforscher untersucht. Mit diesem Motto wird ein Glaubenssatz erneuert, der sich dann weiterhin selbst beweisen wird. Beobachter, die Welten mit dieser Brille interpretieren, werden immer wieder erkennen, wie gut Neid und Geiz funktionieren, einfach, weil sie den Zeitrahmen der Beobachtung zu kurz wählen. Lassen Sie uns den Zeitrahmen lang genug wählen und feststellen, dass sich Neid und Gier niemals auszahlen und vor allem kein Glück erzeugen. Das könnte auch für die, die nicht nach Glück streben, interessant werden. Denn eine andere Lebensbeschäftigung oder Lebenslassung, wenn es schon keine Beschäftigung mehr geben soll, findet sich leicht. Der Geiz benötigt so viele Facetten der Unfreiheit und der Planung, so viele Aspekte der Einschränkung, dass viele Lebensäußerungen undenkbar und damit unlebbar werden. Doch Neid und Geiz werden nicht sich selbst überlassen, damit sie sich nach einiger Zeit selbst geizig beneiden können. Da kommt sofort Mitleid auf, wird nach Menschlichkeit und Moral gefragt. Neid- und geizverlängernde Maßnahmen werden gefordert, inszeniert und gefeiert. Schad drum.

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Golf 1

20.06.2014

Jetzt: Dort wo ich wohnte konnte ich am Fenster steh’n und Leute auf dem Golfplatz spielen seh’n. Das war mal lustig, mal war’s grauenvoll für mich ist Golf halt nicht so toll. Ich fänd‘ es lustig, wenn so Kinder spielten, mit Stöcken auf die kleinen Bälle zielten, um dann, mit Hinterlist und Tücke ins Grün […]

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Geschwindigkeitsgrün im peripheren Blick.

03.05.2014

Bei schneller Zugfahrt lesen und schreiben. Da entsteht Geschwindigkeitsgrün im peripheren Blick. Mit Kaffee und Rechner, Zeit und Muse zum Schreiben, Orte, die ich mit dem Seitenblick vorüberziehen sehe, Landschaften bei Baden-Baden, schon Baden-Baden. Eine Stadt im Doppelklick, eine Stadt in der Verdopplung. Wer seine Stadt im Namen verdoppelt, hält vielleicht nicht viel von  Individualität, […]

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