by Franz Stowasser on 9. März 2010
Denke daran Gitarre zu spielen, spüre meine Hände, die sich wund anfühlen, habe keine Lust mehr Gitarre zu spielen, summe einige Melodien im Kopf, vergleiche mich dabei mit anderen, setze mich in Beziehung vielleicht sogar in Konkurrenz, ermüde mich damit, spüre den Zug des offenen Fensters im Nacken, denke an Arno Schmidt’ Abend mit Goldrand und die 4 warmen Tage im Jahr, denke, ob das nicht viel zu wenig sei und wie in heißen Ländern, wenn es auch feucht ist, das das Schreibpapier aufquillt. Finde das wiederum für Aquarelle reizvoll und will Chinese werden ohne die Restriktionen. Schließe das Fenster, ziehe einen Pullover über, finde alles blöd, weil ich nicht gut ins internet komme, will meine e-mails checken, ekle mich vor den großen Blättern, die ich noch vor Monaten so gerne beschrieben und bezeichnet habe.

by Franz Stowasser on 1. März 2010
Aus der Ferne betrachtet wirkt das eigene zu Hause ganz klein. Die Eingangstür kaum höher als die Öffnung zu einer Hundehütte oder der Einlass einer Hühnerstalls. Aus der Ferne betrachtet wirken die Attacken der Neider auch lächerlich unbeholfen und, so aus der Ferne betrachtet könnte viel Freiheit für heimische Veränderungen gefunden werden. Aus der Ferne bin ich nicht mehr ganz bei mir und darin liegen die eigentlichen Ferien.
Wenn ich mir wieder näher kommen will, so kann ich die Chance nutzen, ein anderes Ich zu gestalten, kann ich mich neu kennen lernen. Wie ich mich jedoch kenne wird mir das wohl kaum gelingen, zu selbst verliebt war ich in meine Selbstkonzepte. Zu selbst verliebt in meinen Körper, in meine alten Gedanken, die ich schon so oft gedacht hatte. Zu selbst verliebt in meine Wiederholungen.