by Franz Stowasser on 8. Februar 2010
*
Aus der Ferne betrachtet wirkt das eigene zu Hause ganz klein. Die Eingangstür kaum höher als die Öffnung zu einer Hundehütte oder der Einlass einer Hühnerstalls. Aus der Ferne betrachtet wirken die Attacken der Neider auch lächerlich unbeholfen. Und, so aus der Ferne betrachtet könnte viel Freiheit darin gefunden werden, die heimischen Zustände zu ändern. Aus der Ferne bin ich nicht mehr ganz bei mir und darin liegen die eigentlichen Ferien.
Wenn ich mir wieder näher kommen will, so kann ich die Chance nutzen, ein anderes Ich zu gestalten, kann ich mich neu kennen lernen. Wie ich mich jedoch kenne wird mir das wohl kaum gelingen, zu selbstverliebt war ich in meine Selbstkonzepte. zu selbstverliebt in meinen Körper, in meine alten Gedanken, die ich schon so oft gedacht hatte. zu selbstverliebt in meine Wiederholungen.
by Franz Stowasser on 3. Februar 2010
*
Wenn die Sonne am Mittag die leuchtend blauen Kacheln des Bodens bestrahlt und die Ornamente der Wandplättchen zum Glitzern bring, wenn ich mich im Schatten wohl und warm fühle und auf meiner Haut noch das leichte Brennen des Salzes aus dem Meerwasser spüre, wenn ich mit meinen Gedanken, dem Stift, dem Papier, dem Rechner für mich sitzen kann in Mitten eines großen Gartens, der aufs Meeer hinaus geht, dann fühle ich mich glücklich. “ich, ich, ich”, würde der Nachbar sagen und ich wüßte nicht, wo da mehr sei, als dass ich mein Ich Glücksgefühl öffnete und anderen zugänglich werden ließ. Durch sprachliche Freundlichkeit, Unterstützung, Lächeln und fröhlicher Art, durch Schreiben, Zeichnen und kleinen musikalischen Klängen.
So würde aus meinen selbstbezogen Lebensäusserungen ein gemeinschaftlicher Akt des Wir. Dann zerfliesst mein Ich in den Anderen und braucht von MIR nicht mehr gefunden zu werden, es reicht, wenn ein anderer, eine andere es findet und kurz anspricht, für eine Sekunde und es lebt auf.